Die Darsteller überzeugten mit ihrer ausdrucksstarken und intensiven Spielweise. Foto: Jacobi

Fesselnde Umsetzung der „Perser“

19.03.2014 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

Gelungene Premiere auf der Bühne der Theaterinsel

„Hochmut kommt vor dem Fall“ sagt schon ein altes deutsches Sprichwort. In dem ältesten überlieferten Theaterstück der europäischen Literatur, „die Perser“ des griechischen Dichters Aischylos, heißt es „Denn der Hochmut, geht die Saat auf, bringt reiche Erträge an reiner Verblendung, die man bald erntet mit Tränen.“ Hybris hieß es im Griechischen.
Der Rosenheimer Regisseur Toni Müller erfüllte sich mit der Inszenierung dieses dramatischen Stückes, das er selbst als eines der sperrigsten der Weltliteratur bezeichnet, seinen größten Wunsch zum 70. Geburtstag.

Ensemble agiert vor dunkler Kulisse

Auf der Bühne der Theaterinsel agiert das Ensemble vor dunkler Kulisse. Rot ist die Gewandung des Chors, der Ratgeber von König Xerxes ist. Die Darsteller sind Katharina Reuter, Magdalena Fischer, Janette Kreuzeder, Justus Dallmer, Günter Hendrich, Britta Kraus, Heinz Warnemann, Monique Nägele.

Die Rückkehr seiner Armee und aller Kämpfer, die er zur Eroberung Griechenlands über den Bosporus schickte, wird in Sorge erwartet. Königinmutter Atosssa, die Gabriela Schmidt in großer Präsenz verkörpert, erzählt von ihrem unheilvollen Traum und will mit Opfergaben die Götter günstig stimmen.
Doch die hereinstürzenden Boten ( Alexander Rathmacher und Bernhard Burgstaller in dramatischer Gestaltung ihrer Rollen) berichten außer sich vor andauerndem Entsetzen von der verheerenden Niederlage, Vernichtung der Schiffe und Auslöschung des Heeres.

In ihrer Not rufen die Ratgeber und Atossa den Geist des alten Königs Dareios an. In einem Aufbau im mittleren Bühnenhintergrund, hinter feinem Schleier ist bei schwacher Beleuchtung die Erscheinung aus dem Totenreich auszumachen.

Toni Müller gibt dieser Figur die fesselnde Umsetzung. Als ehemaliger König befindet er in der Hybris, dem Hochmut und Frevel seines Sohnes, den Auslöser für die grausame Rache der Götter. Er warnt vor weiterem Unheil und ruft auf zur Besinnung.

Spannender Wechsel von Sprechchören zu Reden Einzelner, choreografisch interessante Formierungen der Gruppe und Solisten geben dem Geschehen beeindruckende Wirkung. Wenn ein geschlagener Xerxes ( in eindringlicher Darstellung Daniel Burton ) sich bei seiner Rückkehr vor seinen Ratgebern klagend zu Boden wirft, die Schuld dem Daimon, einem Geist der Schicksalsbestimmung, zuweisen will, erwidert ihm der Chor der Ratgeber in heftigsten Vorwürfen, zerreißt in Wehklagen die roten Roben und Vorhänge.

Eindrucksvoller Theaterabend

Gemeinsames Trauern und Wehklagen beenden eine Aufführung von nachhaltig betroffen machender Intensität. Mit den Schlussworten der Erzählerin ( Brigitte Schirmer) und ihrer Warnung vor Hybris endet ein eindrucksvoller Theaterabend.

Weitere Aufführungen in der Theaterinsel Rosenheim finden statt am: 22. März, 20 Uhr, 24. März, 16 Uhr, 28. März, 20 Uhr, 29. März, 20 Uhr, 30. März, 19 Uhr, 5. April, 20 Uhr, 6. April, 19 Uhr. Margrit Jacobi

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