„Fairer Handel für faire Zukunft“

11.10.2016 • Aktuelles, Nachrichten

Im Vorfeld wurde darüber schon oft gesprochen und geschrieben, aber jetzt ist es amtlich: Rosenheim ist Fairtrade-Stadt. Der offizielle Teil der Zertifizierungsfeier im Rathaus wurde bewusst kurz gehalten, um den zahlreichen Gästen danach die Möglichkeit zu geben, beim Erlebnismarkt auf dem Rathausvorplatz die Vielfalt von fairen Produkten kennenzulernen.
Die Gestaltung der Feier übernahmen die Mädchentanzgruppe des Karolinen-Gymnasiums, die 4. Klasse der Grundschule Westerndorf St. Peter und die Freie Waldorfschule Rosenheim. Zur Eröffnung gab es afrikanische Klänge von der Trommelgruppe der 7. Klasse der Mädchenrealschule. Nico Foltin führte locker und unterhaltsam durch das Programm. Unter den Gästen fanden sich viele städtische Vertreter aus Politik, Kirche, Schule, Vereine, Gastronomie und Wirtschaft.
Der Weg hin zur Fairtrade-Stadt war mit viel Arbeit, enormer Planung und zahlreichen Diskussionen verbunden. Umso mehr freute sich Georg Schmid, Sprecher der Steuerungsgruppe, als er nun die Zertifizierungsurkunde in Empfang nehmen durfte. Für ihn ein wichtiger Schritt, um in Zukunft einen Beitrag zur globalen Gerechtigkeit zu leisten. „Global denken, regional handeln, lautet das Motto“, meinte er. Die ungerechte Weltwirtschaft sei neben Krieg und Terror ein Hauptgrund für Flucht. Freihandelsabkommen seien keine Antwort auf dieses Problem: „Nur der faire Handel kann eine faire Zukunft ermöglichen.“
Froh und glücklich über die Zertifizierung ist auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. „Damit ist in Rosenheim jetzt der erste Schritt getan, um die Welt ein ganz klein wenig besser zu machen“, meinte sie. Sie weiß aber auch, die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst. Immerhin muss sich Rosenheim alle zwei Jahre einer Prüfung unterziehen, ob sie dem Titel „Fairtrade-Stadt“ nach wie vor gerecht wird.
Der aktuelle Stand kann sich aber sehen lassen. Die Vielfalt an fairen Produkten in der Stadt ist bereits groß. Das bewies auch der Erlebnismarkt. Die Bandbreite reichte von Süßigkeiten, Backwaren und Müsli über Kaffee und Wein bis hin zu Taschen, Kleidung und Schreibutensilien. „Man muss sich nur mal in den Geschäften genauer danach umsehen und vielleicht auch mal danach fragen“, lautet dazu die Erfahrung von Georg Schmid. Lob für dieses bereits vorhandene Engagement gab es von Fairtrade-Referentin Carin Bischke: „Die Bewerbungsunterlagen waren beeindruckend.“
Aktuell gibt es in 25 Ländern rund 2200 Fairtrade-Städte, darunter Rom, London, Paris und San Francisco. Nun reiht sich Rosenheim als die 433. Fairtrade-Stadt in Deutschland und die 70. Fairtrade-Stadt in Bayern in diese schon beachtliche Liste ein. wu

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