Eine Faire Woche

12.09.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Ein Jahr Fairtrade-Stadt Rosenheim

Seit knapp einem Jahr ist Rosenheim nun eine offizielle „Fairtrade-Stadt“. Als eine von über 400 in Deutschland, darunter zum Beispiel auch Bad Aibling, zeigt sie mit ihren Partnern Engagement für den Fairen Handel.

Aber nicht nur die Stadt, sondern auch zahlreiche Einzelhändler in der Region bieten Produkte aus fairem Handel, weil ihnen wichtig ist, dass ordentliche Löhne die Menschen ernähren, die für uns Lebensmittel und Konsumgüter herstellen.

Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland. Sie findet seit 2001 statt, 2017 von 14. bis 28. September. Die Faire Woche informiert bei ihren jährlich 2000 bis 2500 Veranstaltungen über den Fairen Handel in Deutschland und weltweit.

Die Veranstaltungen der Fairen Woche klären auf, woher Kaffee, Bananen, Kleidung oder Smartphones herkommen – und unter welchen Bedingungen diese Produkte hergestellt werden. Schlechte Arbeitsbedingungen, ausbeuterische Kinderarbeit, Bezahlung, die kaum zum Überleben reicht sind für unzählige Kleinbauern oder Arbeiterfamiliein schreckliche und tägliche Realität.

Die Faire Woche zeigt mit ihren Teilnehmern, dass es auch anders geht: Fairer Handel fördert die Selbstbestimmung der Erzeuger, sichert die Rechte von Kindern, steht für transparente, gleichberechtigte und langfristige Handelsbeziehungen, zahlt den Produzenten existenzsichernde Löhne und schützt nicht zuletzt die Umwelt durch die Förderung von ökologischem Landbau und die Vermeidung von Pestiziden.

Informationen über das vielfältige Fairtrade-Angebot in unserer Region halten wir auf Seite 17 für Sie bereit.

Mit der offiziellen Ernennung Rosenheims am 30. September 2016 zur „Fairtrade-Stadt“ ging ein längerer Weg zu Ende, der an den Beginn eines neuen Weges führt.
Bereits 2011 gab es einen Stadtratsantrag der Grünen, sich zu bewerben, damals war aber noch keine Mehrheit zu finden. Anders war es dann bei der Bewerbung im Jahr 2015. Nach dem Passieren des Stadtratsantrags – dieses Mal mit breiter Mehrheit – wurde eine regelmäßig tagende Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, um die aufgerufenen Kriterien zu erfüllen, schildert Georg Schmid, Sprecher der Steuerungsgruppe. Kein großes Problem war es zum Beispiel, die geforderten 13 teilnehmenden Geschäfte, Vereine und Institutionen zu erfüllen, über 40 sind es mittlerweile, die der „Fairtrade-Stadt“ angehören.

Denkanstöße sind es oft, die Menschen brauchen, so Schmid. So wusste man bei einer Institution nicht, woher der Kaffee aus dem extern belieferten Automaten stammte. Auf Nachfrage beim Aufsteller wurde klar, dass die Möglichkeit durchaus bestünde, den Automaten auch mit Fairtrade-Kaffee zu befüllen.

Insgesamt macht die Arbeit rund um den fairen Handel große Fortschritte. Vorträge wurden gehalten, Netzwerke werden geknüpft, Zusammenarbeit entsteht. So wurde der Flyer der Fairtrade-Stadt von der Steuerungsgruppe entworfen, das Design stammt von Schülern des Rosenheimer Karolinen-Gymnasiums. Auf dem Rosenheimer Streetfood-Markt war man ebenso vertreten wie durch eine Gruppe der Städtischen Realschule für Mädchen beim Stadtfest oder beim Adventsmarkt der Stadtbibliothek und man gab den Anstoß für eine „Faire Woche“ der Kaufmännischen Berufsschule in Rosenheim, während Projektgruppen der Landwirtschaftsschule spezielle Fairtrade-Rezepte mit fair gehandelten Produkten entwickelten.

Ein weiterer Schritt nach vorne wird die Gründung des „Fördervereins Faires Rosenheim e.V.“ sein, die für den 17. Oktober geplant ist. Im Anschluss daran will man mit Flyern und anderem Material in die Offensive gehen, um noch mehr Geschäfte und vor allem Kunden von der Idee des Fairen Handels zu überzeugen.
Die Faire Woche vom 15. bis 27. September – siehe Artikel auf Seite 1 – bietet auch in diesem Jahr wieder eine Plattform, den Gedanken zu propagieren. Die Veranstaltungsreihe startet am Freitag, 28. September im Rosenheimer Großen Rathaussaal um 18.30 mit der Vorführung des Films „Weiloisirgendwiazamhängt“. Am Tag darauf beteiligt man sich mit einem Fairtrade-Werbestand beim Schmankerlmartk am Ludwigsplatz. Vorgestellt werden der „Faire Rosenheimer Kaffee“ und die „Faire Rosenheimer Stadtschokolade“.

Bis 29. September läuft eine Plaktaktion der Berufsschule II im Rathausfoyer.
Das „Gesellschaftspolitische Forum“ veranstaltet unter dem Oberthema „Unsere Verantwortung für eine faire und gerechte Welt“ drei Vorträge im Oktober und November sowie einen Vortrag mit Dr. Heiner Geißler am Freitag, 20. Oktober.

Die Altpfadfindergilde Rosenheim führt eine Entbuschungsaktion von Almweiden in Unterwössen durch, deren Erlös an eine Gartenbauschule in Bangladesch geht.
Informationen gibt es unter www.rosenheim.de.

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