Fair geht vor

27.11.2013 • Aktuelles, Sport, Stadt Rosenheim

Bayerischer Fußballverband mit Vereinen aktiv gegen Gewalt

,Fußball ist ein Teil unserer Gesellschaft und spiegelt die Entwicklung in unserem Land wider. Natürlich sind im Laufe der Zeit die Hemmschwellen zur Anwendung von Gewalt gesunken, so auch am Fußballplatz. Doch für uns in Stadt und Landkreis Rosenheim ist das Gott sei Dank derzeit kein Thema“, so bringt Horst Winkler, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Fußballverbands, die Situation in unserer Region auf den Punkt.

Noch vielen ist der schreckliche Vorfall vor einem Jahr im Gedächtnis, als ein Schiedsrichter während seines Einsatzes bei einem Spiel in der Rosenheimer Innflutmulde schwer verletzt wurde. ,,Diese furchtbare Tat war ein großer Schock für uns“, erinnert sich Horst Winkler. Mit vielen Aktionen versucht der Bayerische Fußballverband seit einigen Jahren, derartigen Eskalationen vorzubeugen. Und auch die Rosenheimer Vereine sind dabei.

So hat der Bayerische Fußballverband im Rahmen seiner Kampagne ,,Keine Gewalt im Jugendbereich“ ein Konzept entwickelt, das sich ,,Fair-Play-Liga“ nennt. Es gibt Anregungen für viele Vereine auch in der Rosenheimer Region. Klaus Jordan, Jugendleiter des SV Westerndorf: ,,Unser Anliegen ist es, dass die Eltern im Jugendbereich nicht mehr so nah am Spielfeldrand stehen und durch die räumliche Distanz viel von der Aggressivität weggenommen werden kann. Außerdem planen wir eine Reihe von Elternversammlungen, bei denen wir den Vätern und Müttern beibringen wollen, dass ihre wichtigste Aufgabe das Anfeuern, die Aufmunterung und der Trost ihrer Kinder sind.“

Nicht den eigenen Ehrgeiz auf Kinder übertragen!

Alles andere, etwa die Übertragung des eigenen Ehrgeizes auf die Kinder oder Schimpfen auf den Schiedrichter wolle man in Westerndorf nicht mehr sehen, so Jordan. Erfreulicherweise habe es seit den zwölf Jahren, in denen er aktiv im Verein ist, keine Gewalt am Fußballplatz gegeben. Verbale Entgleisungen bei Spielen der A- und B-Jugend habe er allerdings leider schon erleben müssen.

Auch Hans Fingernagel, Jugendkoordinator der Fußballabteilung des TSV 1860 Rosenheim, appelliert an die Verantwortung und Vorbildfunktion der Eltern aber auch der Trainer: ,,Bei aller Leidenschaft, die zum Fußball einfach dazugehört, ist Fairplay oberstes Gebot!“

Bei den höherklassigen Spielen der Ersten Mannschaft in der Regionalliga arbeite man eng mit dem bfv zusammen, der bestimmten Begegnungen als sogenannte Sicherheitsspiele klassifiziert, für die besondere Sicherheitsvorkehrungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und einem privaten Sicherheitsdienst getroffen werden müssten.

Der Bayerische Fußballverband unterstützt die Vereine mit zahlreichen Angeboten und prävetiven Maßnahmen, die sich wie ein Netz über den Freistatt ziehen. In der Saison 2011/2012 fanden rund 243 000 Amateurfußballspiele in Bayern statt, dabei haben die Sportgerichte 77 Spielabbrüche wegen Verletzung der Platzdisziplin und Tätlichkeit verhandelt. ,,Angesichts dieser Fakten verwehren wir uns als bfv gegen den öffentlichen Eindruck, dass Gewaltvorfälle an der Tagesordnung sind. Sehr wohl verschließen wir nicht die Augen vor der vorhandenen Problematik und wollen gar nichts beschönigen“, so Horst Winkler.

Konfliktmanager und Elternfanblock

Und der Bayerische Fußballverband setze sich mit aller Kraft und den unterschiedlichsten Maßnahmen, vom Konfliktmanager bis hin zur Aktion ,,Elternfanblock“ dafür ein, dass alle Aktiven, Spieler und Schiedrichter in allen Altersklassen und in jeder Liga den Sport ohne Angst und Gewalt erleben können.

Ausführliches Informationsmaterial für Spieler und Vereine zu den Aktionen des bfv gegen Gewalt und Rassismus findet man im Internet unter www.bfv.de. F. Finsterwalder

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