Abermillionen von Plastiktüten stellen eine ernste Umweltbelastung für Generationen dar.

„Ermutigende Bilanz“

06.09.2016 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Auch in Rosenheim zeigt EU-Richtlinie zur Reduzierung von Plastiktüten Wirkung

Am 26. April diesen Jahres unterzeichneten Handelsvertreter und Bundesumweltministerium eine Vereinbarung, deren Ziel die Verringerung des Pro-Kopf-Verbrauches an Plastiktüten in Deutschland ist. Hintergrund ist eine Verordnung der EU-Kommission, die den Mitgliedsstaaten vorschreibt, dass der Verbrauch von Plastiktüten reduziert werden muss – bis Ende 2019 auf maximal 90, bis Ende 2025 auf maximal 40 Stück pro Kopf.

Der Inhalt der Vereinbarung: Bis 2018 sollen mindestens 80 Prozent der von den teilnehmenden Unternehmen sowie der Mitgliedsunternehmen der Verbände in Verkehr gebrachten Kunststofftüten Geld kosten. Wie viel Geld das im Einzelfall ist, bleibt dem Handel überlassen – in der Vereinbarung ist von einem „angemessenen Entgelt“ die Rede.

Viele Geschäfte in der Region haben sich schon im Laufe des Jahres auf diese neue Situation eingestellt und verlangen für die Plastiktragetaschen ein kleines Entgeld, etwa Karstadt Rosenheim. „Und die Resonanz der Kunden ist wirklich durchwegs positiv“, stellt Matthias Ecke, Filialleiter von Karstadt Rosenheim, fest. Fast ein halbes Jahr nach Abschaffung der kostenlosen Plastiktüten zieht Ecke „eine ermutigende Bilanz“: „Es wurde endlich Zeit, dass etwas gegen die Berge an Plastiktüten gemacht wird! – das haben uns viele Kunden versichert“. Kunden, die sich über die neue Regelung ärgern, seien in der absoluten Minderheit. „Die Umstellung ist wirklich in den Köpfen angekommen!“, so Matthias Ecke.
Bei Modepark Röther gibt es in der Rosenheimer Filiale ebenso wie an allen anderen Standorten in Deutschland derzeit noch immer eine kostenlose Plastiktüte, in der die Einkäufe verpackt werden. Das wird auch bis Ende des Jahres so bleiben, teilt die Marketingabteilung des Unternehmens mit. Ob sich danach an dieser Regelung etwas ändern wird, darüber ist noch nicht entschieden worden.

Völlig abgeschafft hat bereits REWE, der zweitgrößte Lebensmittelhändler Deutschlands, die Plastiktüten. Hier gibt es Alternativen aus Baumwolle und Jute, aber auch Papiertüten, Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial oder Kartons. Man erhofft sich dadurch eine Ersparnis von 40 Millionen Plastiktüten pro Jahr.

Kein Thema sind die Plastikbeutel nach Aussage von Markus Bauer in seinem Unternehmen, der „Rieder‘schen Alten Apotheke“ in Rosenheim: „Unabhängig von der EU-Richtlinie haben wir bereits vor Jahren auf kostenlose Papiertüten umgestellt, die bei unseren Kunden sehr gut ankommen. Plastiktüten werden bei uns so gut wie gar nicht mehr verwendet.“

Genaue Zahlen, um wie viel sich das Aufkommen der Plastiktüten reduziert hat, nachdem viele Einzelhändler und Handelsketten in Deutschland eine Gebühr für die Tüten eingeführt haben, hat der Handelsverband noch nicht. Allerdings spricht er von einem „deutlichen Rückgang“, den einzelne Geschäfte verzeichnen.

Damit liegt diese Entwicklung im Trend, der sich schon in den letzten rund zehn Jahren in Deutschland abgezeichnet hat: Immer weniger Kunden setzen auf Tragetaschen aus Kunststoff. Der Verbrauch hat bereits vom Jahr 2000 bis 2012 um elf Prozent abgenommen. ff

 

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