Die Mutter von Niva Ashkenazy und Esther Weiss lebte im Rosenheimer DP-Camp. Das Bild zeigt sie vor der Gedenktafel. Foto: Bundespolizei

Erinnerung an jüdische Kinder in Rosenheim

04.07.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Gedenktafel auf dem Gelände der Bundespolizei enthüllt

Feierlich enthüllte der Verein „Bricha Legacy Association“ auf dem Gelände der Rosenheimer Bundespolizei eine Gedenktafel zur Errinnerung an das „Transient Children`s Center“ und das „Camp Kadimah“. Für die Feierstunde war eine Delegation aus Israel angereist, deren Vorfahren in DP-Lagern einen Teil ihrer Kindheit verbracht hatten. Schüler des Karolinen-Gymnasiums, die sich in einem Projekt mit dem Thema auseinandergesetzt und eine Ausstellung darüber erstellt hatten, informierten die Gäste über das Leben im Camp. Für bis zu 1000 jüdische Kinder und Jugendliche, deren Eltern von den Nationalsozialisten verschleppt oder ermordet worden waren, wurde Rosenheim damals eine vorrübergehende Heimat. Die traumatisierten und entwurzelten Minderjährigen wurden in diesem Camp auf ihre Auswanderung nach Palästina vorbereitet. Eifrig und voller Leidenschaft lernten die Kinder Hebräisch und beschäftigten sich mit Mathematik, Geschichte oder Geografie. In ihrer Freizeit trieben sie Sport oder spielten Theater. Die jüdische Gemeinschaft übernahm die Rolle des Elternhauses und gab den Kindern Halt und Geborgenheit.

Glaube an Menschlichkeit

Auf diese Weise konnten Tausende Kinder, die den Holocaust überlebt hatten, den Glauben an die Menschlichkeit wiederfinden. Daran erinnert von nun an die Gedenktafel in der Liegenschaft der Rosenheimer Bundespolizei.

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