Die Bogensiedlung in Rosenheim wird der Erweiterung des Hochschule-Campus weichen.

Erfolg oder Enttäuschung?

16.05.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Unterschiedliche Meinungen zum Thema Bogensiedlung in Rosenheim

„Es ist eine lang ersehnte und positive Nachricht für Hochschule, Studierende und Wohnungssuchende.“ So kommentierte Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die vom heimischen Stimmkreisabgeordneten Klaus Stöttner überbrachte Information, dass der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags in seiner letzten Sitzung dem Flächentausch zwischen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GRWS und der IMBY (Immobilien Freistaat Bayern) über die sogenannte Bogensiedlung und einem Grundstück der Hochschule Rosenheim an der Lena-Christ-Straße zugestimmt hat.

„Damit herrscht nun für alle Beteiligten Rechtssicherheit und die GRWS kann unverzüglich mit den Planungen für die Wohnbebauung entlang der Lena-Christ-Straße beginnen. Die Ausschreibung des Wettbewerbs wird unverzüglich starten“, zeigte sich Rosenheims Oberbürgermeisterin erfreut.
Mit dieser Entscheidung kann auch die Hochschule die dringend notwendige Erweiterung im Rahmen eines „Campus der kurzen Wege“ angehen. Das neu zu bebauende Viertel bietet die gleiche Wohnfläche wie die derzeitige Bogensiedlung. Entgegen der nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen in der Bogensiedlung sollen entlang der Lena-Christ-Straße helle und moderne Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten entstehen.

„Mein Dank gilt allen Abgeordneten, die den Weg für diese Win-Win-Situation freigemacht haben. Speziell unser heimischer Stimmkreisabgeordneter Klaus Stöttner hat in vielen Verhandlungsrunden manche gordische Knoten durchschlagen. Dass wir jetzt endlich mit dem Wohnungsbau starten können und sich gleichzeitig unserer Hochschule eine hervorragende Zukunftsperspektive bietet, ist auch sein besonderer Verdienst“, so die Oberbürgermeisterin.

Enttäuscht zeigte sich dagegen die Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion, die im Vorfeld dieser Entscheidung eine Unterschriftenaktion mit fast 1000 Unterzeichnern für den Erhalt der Siedlung initiert hatte. Parteivorsitzende Elisabeth Jordan erklärte bei der Jahreshauptversammlung kürzlich: „Ich betone noch einmal ausdrücklich, dass die SPD eine Erweiterung der Rosenheimer Fachhochschule ausdrücklich begrüßt. Die Unstimmigkeit lag in der Standortfrage. Durch die Verzögerung in München wurde eine dringend notwendige und bezahlbare Wohnbebauung sowie die Erweiterung der Hochschule seit Monaten blockiert“. Und Fraktionsvorsitzender Robert Metzger ergänzt nun in einer Pressemitteilung zu diesem Thema: „Was die Entscheidung über die Erweiterung der Hochschule betrifft, tragen wir diese aus grundsätzlicher Überzeugung, aber schweren Herzens mit. Bei all den inhaltlichen Differenzen hat sich die Rosenheimer SPD immer schon zum Hochschulstandort Rosenheim bekannt und deren bildungspolitischen Bedeutung und hinsichtlich zukünftiger Chancen für die Stadt auch stets anerkannt.“

Robert Metzger und Elisabeth Jordan sind sich sicher: „Mit ein bisschen Willen wäre beides möglich gewesen; eine Erweiterung der Hochschule und der Neubau bezahlbarer Wohnungen“.

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