Endstation Kiefersfelden

02.03.2021 • Aktuelles, Kurznachrichten, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Probleme für Berufspendler

Seit einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen und Regelungen den Alltag aller Bürgerinnen und Bürger: Lockdown, existenzielle Sorgen von Unternehmern und Arbeitnehmern und auch Beschränkungen der Reisefreiheit.

Letztere machen in unserer Region gerade den Grenzpendlern ordentlich zu schaffen. So ist das Bundesland Tirol in unserem Nachbarstaat Österreich vom Robert-Koch-Institut fast gänzlich zum Virusmutationsgebiet erklärt worden. Damit gilt für Tirol, neben anderen Ländern wie die Slowakei und Tschechien, das von der Bundesregierung beschlossene Beförderungsverbot für diese Gebiete. So soll die grenzüberschreitende Verbreitung von besonders ansteckenden Corona-Mutationen, etwa der südafrikanischen Virusvariante, eingedämmt werden. Ausnahmen von diesem Ein- beziehungsweise Ausreiseverbot gelten unter anderem für grenzüberschreitende Pendler, die in systemrelevanten Berufen, etwa im Pflege-, Betreuungs-, Medizin- oder Versorgungsbereich arbeiten. Sie haben nach Prüfung durch die Behörden eine Ausnahmegenehmigung bekommen, und können unter strengen Voraussetzungen, wie diesem amtlichen Nachweis, negativem Testnachweis und der ausgefüllten Einreiseanmeldung, ihrem Beruf jenseits der Grenze nachgehen.

Einer davon ist der 24-jährige Rosenheimer Peter H. (Name von der Redaktion geändert), der in Innsbruck studiert, aber regelmäßig als Rettungssanitäter in Bayern arbeitet. Er will sich dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, der kürzlich bei seinem Besuch am Grenzübergang Kiefersfelden von einer annehmbaren Lösung für Pendler sprach, nicht anschließen. Ihn ärgert am meisten, dass der Bahn- und Busverkehr zwischen Kiefersfelden und Kufstein eingestellt ist. Die Betreiber begründen dies damit, dass sie die Umsetzung der derzeit geltenden Regelungen, etwa der Testpflicht für das Zugpersonal alle 48-Stunden, nicht gewährleisten können. Peter H.: „Pendler, die kein Auto haben, sind hier tatsächlich vor ein großes Problem gestellt. Zwischen dem Bahnhof Kiefersfelden und Kufstein liegen gut vier Kilometer. Wie soll man diese bewältigen, womöglich mit Gepäck oder einen Anschlusszug rechtzeitig erreichen?“ Huber, der nicht regelmäßig ein Auto zur Verfügung hat, bewältigt diese Strecke mit einem Fahrrad, das er im Zug mitführt: „Aber das kann sicherlich keine Lösung für alle und bei jedem Wetter sein. Annehmbare Lösung heißt also: Lauf oder fahr Rad!“

Zudem war dem Rosenheimer zu Beginn der Einreisebeschränkungen aus Tirol nicht klar, ob er als Pendler auch die digitale Einreiseanmeldung braucht. In ihr wird ausdrücklich auf die verpflichtende und bei Nichtbeachtung strafbewehrte zehntägige Quarantänepflicht hingewiesen. „Da gab es leider auf den einschlägigen Internetseiten keine eindeutigen Informationen.“ Immerhin konnte Peter H.. diese Anmeldung bei seiner ersten Einreise nach in Krafttreten dieser strikten Regelungen problemlos nachholen. Denn diese Pflicht zur Angabe der Reise- und Kontaktdaten gilt tatsächlich auch für Berufspendler mit Ausnahmegenehmigung, die von der Quarantäne zwar befreit sind, aber dafür immer einen negativen Test, nicht älter als 48 Stunden, brauchen. Allerdings bedeutet diese Anmeldung auch einen bestimmten Zeitaufwand, nachdem sie täglich neu ausgefüllt werden muss. H.: „Da geht einiges an Zeit verloren, immerhin reicht es auf österreichischer Seite, die Anmeldung einmal wöchentlich zu machen!“

Die Bundespolizei Rosenheim warnt übrigens im Zusammenhang mit der Einreiseanmeldung vor einer neuen, besonders perfiden „Masche“ von Internetbetrügern. Sie locken Bürgerinnen und Bürger auf eine „Fake“-Internetseite, und fordern Geld für die digitale Reiseanmeldung. Yvonne Oppermann von der Pressestelle der Bundespolizei Rosenheim appelliert an die Vorsicht aller Reisenden: „Diese Anmeldung ist immer kostenlos, und sollte nur über die offizielle Seite einreiseanmeldung.de erfolgen!“ ff

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