Immer im Einsatz für die Menschen

04.02.2020 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Ehrenamtliche des THW Ortsverbands Rosenheim leisteten im letzten Jahr über 43 000 Stunden

Ein Lkw-Unfall auf der A8 bei Achenmühle: Ein Lastwagen mit Gussteilen ist von der Fahrbahn abgekommen, gekippt und gegen einen Baum geprallt. Der Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt, doch die Bergung des Fahrzeuges und der tonnenschweren Ladung gestaltete sich langwierig und zeitintensiv.
Großer Heustadelbrand in Eiselfing: Unzählige Heuballen mit Glutnestern mussten mit schwerem Gerät vom Stadel entfernt werden, damit die Feuerwehr weiter löschen konnte.

Bei einem tragischen Eisenbahnunglück in Bad Aibling stießen vor vier Jahren zwei Personenzüge zusammen. Zwölf Menschen verloren dabei ihr Leben, 89 Fahrgäste wurden teilweise schwer verletzt.

Das sind nur drei Einsätze von vielen, bei denen das Technische Hilfswerk (THW) Rosenheim tatkräftig und kompetent in den letzten Jahren den Einsatzkräften zur Seite stand. Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen der Organisation werden immer dann von der Integrierten Leitstelle (ILS) informiert, wenn bei einem Rettungs- und Notfalleinsatz schweres Gerät, spezielle Ausrüstung oder Technik sowie besonderes Fachwissen gebraucht werden. Dabei setzt das THW erfolgreich auf die Kombination von universellen Basiskomponenten und spezialisierten Fachgruppen, mit der man den unterschiedlichsten Anforderungen des Zivil- und Katastrophenschutzes und der örtlichen Gefahrenabwehr gewachsen ist. . „Im Rahmen der fast einjährigen, deutschlandweit einheitlichen Grundausbildung werden den Männern und Frauen alle wichtigen Kompetenzen, etwa das richtige Verhalten im Einsatz, das Arbeiten mit Leinen, Schlingen, Ketten und Spanngurten, sicheres Arbeiten im und am Wasser und noch vieles mehr, vermittelt“, erläutert Harald Feckl, Ortsbeauftragter von Rosenheim. Nach einer Prüfung sind die Helferinnen und Helfer zur Teilnahme an Einsätzen befähigt. Zudem können sie dann zur weiteren Spezialisierung den Einheiten und Fachgruppen zugewiesen werden. Dazu gehören die Bergungsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und diverse Fachgruppen wie zum Beispiel Sprengen, Wasserschaden/Pumpen, Räumen, Notversorgung, Wassergefahren oder Bergungstaucher. Für alle diese Fachrichtungen gibt es Spezialausbildungen, für die Helferinnen und Helfer. Außerdem ist beim THW in Rosenheim eine äußerste engagierte und rührige Jugendgruppe für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren aktiv. Sie verbindet in altersgerechter Weise eine hervorragende Basisausbildung mit viel Spaß, Spiel und Kameradschaft, etwa bei Zeltlagern und Großübungen gemeinsam mit anderen Ortverbänden. „Ein perfekter Einstieg für junge Menschen, die spielend helfen lernen wollen“, so Harald Feckl.
Die Struktur des THW, das in diesem Jahr 70-jähriges Bestehen feiert, unterscheidet sich übrigens gravierend von anderen Hilfsverbänden oder Vereinen und ist weltweit einmalig: Organisatorisch gehört das THW als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch ist nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig. 99 Prozent der THW-Angehörigen arbeiten ehrenamtlich. In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 80 000 Helferinnen und Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent und engagiert Hilfe zu leisten. Dabei fühlen sie sich alle den Leitsätzen der Organisation verpflichtet; dazu gehören unter anderem das Bekenntnis zu Demokratie und gegenseitigem Respekt, die Bereitschaft, in Deutschland und weltweit zu helfen sowie die zielgerichtete und pflichtbewusste Pflichterfüllung. Zudem setzt sich das THW für die Vielfalt unserer Gesellschaft und gegen jegliche Diskriminierung sein.

Der Ortsverband Rosenheim hat sich im Jahr 1952 gegründet. Er hat sich in dieser Zeit bei unzähligen Einsätzen in und um Rosenheim aber auch überregional und in anderen Ländern bewährt; die „blauen Engel“ des THW halfen bei Unfällen, beim schlimmen Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall, nach einem Erdbeben 2009 in Italien und bei vielen anderen Katastrophen und Unglücksfällen.

Derzeit leisten beim THW 30 Junghelfer und 180 Helfer und Helferinnen ehrenamtlich ihren Dienst. Im Jahr 2019 haben sie insgesamt über 43 000 Stunden leistet, im Einsatz, der Jugendarbeit, bei Lehrgängen und Übungen. „Immer ist unsere hoch motivierte Mannschaft Tag und Nacht bereit, ehrenamtliche humanitäre Hilfe für unsere Mitmenschen zu leisten“, würdigt Harald Feckl die Leistungen seiner Kameraden und Kameradinnen. Gerade in der heutigen Zeit sei diese Freiwilligkeit nicht mehr selbstverständlich und deshalb umso höher zu bewerten.

Wer beim THW ehrenamtlich mithelfen will oder bei der Jugendgruppe einsteigen will, kann sich online informieren unter thw-rosenheim.de. ff

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