Einmalig in vielerlei Hinsicht

08.05.2018 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl mit Zeichnungen und Plastiken von Rudi Wach vom 13. Mai bis 17. Juni

Vom 13. Mai bis 17. Juni zeigt die Galerie Markt Bruckmühl, Sonnenwiechser Straße 12, die Ausstellung „Rudi Wach – Zeichnung und Plastik“. Vernissage ist am 13. Mai um 11 Uhr. Die Öffnungszeiten sind mittwochs von 14 bis 18 Uhr und Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Rudi Wach, Jahrgang 1934, ist im gleichen Maße Zeichner wie Bildhauer. In seiner künstlerischen Auseinandersetzung behandelt er in beiden Medien die Tiefenstruktur der Gestalt der Kreatur, wie sie aus mythischen Urgründen herauswächst und gestaltungsfähig wird, sich verfeinert in höchste Stufen geistiger und kultureller Schöpfungskraft und doch immer ungeschützt gefährdet bleibt.

Mit so entschieden kräftig gesetzten wie nervös sich verästelnden Bleistiftstrichen und mit den früher glatten, dann rau bewegten Gipsmodellierungen, die sich im Guss perfekt abbilden, kreist Wach seine Visionen vom Geschöpf ein: Pferd, Ziege, Tiermensch, Mensch und Körperfragment präsentieren sich als Geist-körperliche Existenzen, als ein vorgeburtlicher Kosmos von Gestalten und Gestaltungen. Seine künstlerische Methode legt gewissermaßen einen Röntgenblick, ein Echolot-Netz, ein Stakkato von CT-Schnitten über die Schemen seiner Figurenerfindungen.

Wachs Zeichnungen fallen aus dem gängigen Kunstgeschehen heraus. Die sind einmalig in vielerlei Hinsicht: in seinen Bleistiftstrichen und Bleistiftschraffuren entsteht eine fremde und geheimnisvolle Welt von mythischen Wesen und organischen Gebilden. Die geballte Kraft ihrer Figürlichkeit verwandelt sich beim Studieren der Details in geradezu kubistisch abstrakte Einzelkörper.

In Thaur bei Innsbruck aufgewachsen, hat Rudi Wach in Wien, Mailand und Paris studiert, hatte Fritz Wotruba, Giacomo Manzù und Alberto Giacometti als Lehrer und Freunde. Seit über 50 Jahren lebt und arbeitet er überwiegend in Mailand und hat in zahlreichen Ausstellungen sein Werk vorgestellt. Hauptsächlich in Italien und Österreich, aber auch in Washington und in New York, in Deutschland zuletzt 2011 in München in der Kunsthalle whiteBox im jetzigen Werksviertel am Ostbahnhof, mit Skulpturen und 25 großformatigen Zeichnungen unter dem Titel „Immerwährende Wandlung“. Wach gilt vielen als einer der großen Bildhauer und Zeichner unserer Zeit und wird als grandioser, unzeitgemäßer Einzelgänger der Gegenwart begriffen. Bekannte Kunstkritiker und Essayisten, unter ihnen Lorenzo Mango, Massimo Donà, Gert Ammann, Dieter Ronte, Giorgio Bonomi, Claudio Cerritelli, Gottfried Knapp, Kristian Sotriffer, Konrad Oberhuber und Elmar Zorn haben das Phänomen seiner Schöpfungen beschrieben, in zahlreichen Katalogen. Er selber hat sich freilich nicht um den Kunstbetrieb gekümmert, sondern in geradezu mönchischer Abgeschiedenheit in seinen beiden Ateliers, Jahrzehnte lang in Mailand, und heutzutage immer mehr in Innsbruck, sich lebenslang so obsessiv wie behutsam seiner künstlerischen Arbeit gewidmet.

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