Sicher und geborgen können sich die Mädchen in dem Haus von „Kinder Indiens“ fühlen.

Ganz einfach helfen

10.01.2017 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Stephanskirchnerin unterstützt mit ihrem Verein „Kinder Indiens e.V.“

In Indien leben deutlich weniger Frauen als Männer. Und trotzdem wird dort der weiblichen Bevölkerung Frauen wenig Wertschätzung entgegengebracht – sie gelten als das minderwertige Geschlecht. In dem Land mit zwei Gesichtern, auf der einen Seite Modernisierung, Glanz und Glamour auf der anderen Seite Armut, Gewalt und Überbevölkerung, sorgen immer wieder schlimme Schlagzeilen für Aufsehen: Unterdrückung, Vergewaltigung, Abtreibung weiblicher Föten und Mord.

Diese Tatsachen blieben auch der Stephanskirchnerin Rolanda Gloege nicht verborgen, als sie vor fast 20 Jahren das Land zum ersten Mal bereiste. So reife in ihr die Vision, dieser Ungleichheit, dem Leiden der Mädchen und Frauen etwas entgegenzusetzen. „Der Traum von einem Haus für Waisen und Mädchen von der Straße ließ mich nicht mehr los“, schildert die tatkräftige Frau, die dann auch unter dem Eindruck dieser Erlebnisse im Jahr 2000 den Verein „Kinder Indiens e.V.“ gründete. Er ist als gemeinnützig anerkannt, sämtliche Verwaltungsarbeiten werden ehrenamtlich von Rolanda Gloege und ihren Mitstreitern vom Verein erledigt, jede Spende fließt direkt in das Projekt nach Indien.

Nach Gründung des Vereins machte man sich Schritt für Schritt an die Verwirklichung des Vorhabens: In enger Zusammenarbeit mit dem Arzt Dr. Ajith, der sich um sämtliche organisatorische Angelegenheiten vor Ort, wie die Auswahl der Kinder, Behördengänge, Schulangelegenheiten, Personal und vieles mehr kümmert, gelang es im Jahr 2006 in Trivandrum in der südindischen Provinz Kerala das erste Haus für indische Mädchen zu gründen.

Hier finden die nach manchmal unglaublich bedrückenden Gewalterfahrungen und Verlust von Angehörigen ein liebevolles Zuhause.

„Wir wollen den Mädchen und jungen Frauen wieder das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl zurückgeben“, so Rolanda Gloege. „Und es ist wunderbar und erfüllend zugleich zu sehen, wie die Mädchen ihre Talente, ihre Fähigkeiten entdecken und zu selbstsicheren jungen Frauen heranwachsen. Etwa unsere Josi, die seit 2007 bei uns lebt und mit ihren 13 Jahren schon so viel erlebt hat, bis zu dem, dass betrunkene Männer Zigaretten an ihren Beinen ausdrückten. Nachdem sie in dem Waisenhaus Schutz gefunden hat, hat sie langsam ihr Lächeln wiedergefunden und macht sich sehr gut in der Schule“.
Einen weiteren Meilenstein setzte der Verein aus der Region 2013 mit dem Bezug eines neuen Hauses, das nicht nur reichlich Platz bietet und mit rund 25 Mädchen und ihren Betreuerinnen belegt ist. Bei ihren regelmäßigen Besuchen vor Ort überzeugt sich Rolanda Gloege auch immer wieder von den Fortschritten, die ihr Herzensprojekt macht. So war sie im Sommer letzten Jahres auch wieder in Kerala: „Die Begegnung ohne tausende Kilometer Distanz ist jedes Jahr ein Geschenk für beide Seiten. Die Mädchen wurden nicht müde, Erlebnisse mitzuteilen. Der Austausch war besonders innig und intensiv“, erzählt Rolanda Gloege. „Ich empfinde es als großes Geschenk, einfach helfen zu können und das ist es auch, was mich und meine ehrenamtlichen Mitarbeiter im Verein weiter anspornt!“

Wer sich über die Arbeit des Vereins informieren möchte oder ihn unterstützen will, findet alle Details auf www.kinder-indiens.com oder auf Facebook. ff

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