Major Crampas (Tobias Huber), Baron von Stetten (Christian Domnick), Effi (Jutta Schmidt) – dieses Beziehungsdreieck geht nicht gut aus. Foto: Jacobi

Eindrucksvolles Kammerspiel

08.10.2014 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

,,Effi“ auf der Bühne des TAM-Ost Rosenheim

Nach ihrer Inszenierung von „Komödie im Dunkeln“ im vergangenen Jahr, führte Jutta Schmidt im TAM-OST wieder Regie, diesmal in einem Drama, für das sie nach Theodor Fontanes Roman „ Effi Briest“ aus dem Jahre 1894, die Bühnenfassung schrieb. In der Vergangenheit in vielen Rollen im Ensemble des Theaters spielend, übernahm Jutta Schmidt zudem die Rolle der Effi.

Das Kammerspiel mit hoher Konzentration auf Fontanes Sprache und die Quintessenz der Handlung, beeindruckt in durchgehendem Spannungsablauf.

Alles Augenmerk gilt dem Agieren der Darsteller vor meist schwarzem Hintergrund, der nur kurz, in einem romantischen Zwischenspiel den Durchblick auf eine Dünenlandschaft in Pommern frei gibt. Klar treten die Charaktere der einzelnen Figuren in Erscheinung. Jutta Schmidt zeigt zu Beginn als Effi noch ganz das kindliche Wesen der 17-Jährigen, die von den Eltern in eine Ehe mit dem viel älteren Baron von Stetten gedrängt wird. In packenden Szenen veranschaulicht sie die Ängste der jungen Frau im landrätlichen Haus, in dem sie Geräusche nächtlichen Spuks nicht zur Ruhe kommen lassen (Geisterstimme Pegah Meggendorfer). Durch die Sehnsucht nach dem elterlichen Zuhause, nach Zärtlichkeit und Abwechslung statt eintöniger Anstandsbesuche, ist Effi nicht nur frustriert, sondern mehr und mehr unglücklich. Christian Domnick in der Rolle des Baron von Instetten verkörpert diesen karrieresüchtigen und gefühlskalten Mann in zurückgenommenem Spiel und verleiht damit dieser Figur ihre Glaubwürdigkeit. Dass ein erfahrener Charmeur wie Major von Crampas (Tobias Huber entspricht in seiner Darstellung den Eigenschaften dieses „Damenmannes“) nach kurzer Weile Erfolg in seiner Verführung der jungen Frau hat, nimmt nicht Wunder.
In wie weit auch die Eltern Effis (als Herr Briest, Günter Hendrich und Luise Briest, Steffi Flader) Schuld an der letztendlichen Tragödie im Leben ihrer zu früh verheiraten Tochter tragen, sowie genügend weiterer Stoff für Diskussionen dürfte die Besucher dieser spannenden und stringenten Inszenierung nachhaltig beschäftigen.
Weitere Aufführungen sind am 10. und 11 Oktober jeweils um 20 Uhr, am 12. Oktober um 17 Uhr und 17./18./24./25.Oktober jeweils um 20 Uhr.  Margrit Jacobi

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