Ein Verein stellt sich vor: Bund Schlaraffia

16.02.2016 • Aktuelles, Kurznachrichten

„In arte voluptas“ oder „In der Kunst liegt das Vergnügen“.

Wollen Sie etwas Neues erleben? In Rosenheim findet man einen ganz besonderen Verein, der in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist – die Schlaraffia Im Rosenhag e.V.
Was ist das Besondere an ihm? Er ist Teil einer weltweiten Vereinigung von Männern, die der Pflege von Kunst, Freundschaft und Humor verpflichtet sind. Unser Leitspruch heißt „In arte voluptas“, „In der Kunst liegt das Vergnügen“.

Wöchentliche Zusammenkünfte

In den wöchentlichen Zusammenkünften werden Gedichte, musische Werke und Geschichten aller Art vorgetragen. Für seine Mitglieder bietet Schlaraffia ein Forum, das ihnen mit Toleranz, Geist, und Humor ein Wunderland des Geistes eröffnet. Die Beiträge der Mitglieder, „Sassen“ genannt, sind teils ernst, teils heiter und geben der Zuhörerschaft Raum für humorvolle Ergänzungen, Kommentare und Wortspiele.

Gründung 1859 in Prag

Um Schlaraffia zu verstehen, muss man in seine Gründungsgeschichte eintauchen. Der Bund wurde 1859 im damals zum Kaiserreich Österreich gehörenden Prag gegründet. Dort traf sich eine zunächst vorwiegend aus Künstlern bestehende Runde, die nicht nur den schönen Künsten huldigte, sondern mit satirischer Freude die Überheblichkeit des Adels und die dünkelhafte Titels- und Ordenssucht des tonangebenden Beamtentums aufs Korn nahm. Aus diesen Zusammenkünften heraus entstand ein „Ritterspiel“, das sich sehr rasch in andere Städte verbreitete. Heute gibt es rund 260 Ortsvereine der Schlaraffen, „Reyche“ genannt, mit über 10 000 Mitgliedern weltweit. Vorwiegend findet man die Vereine in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch im übrigen Europa, Nord- und Südamerika, Südafrika, Thailand und Australien. In jedem dieser Reyche wird deutsch gesprochen.
Die Zusammenkünfte finden in der Zeit von Oktober bis April statt, da die Gründer als Künstler im Winter feste Engagements in Prag hatten, im Sommer jedoch auf Tournee waren. Und diese Zeit der regelmäßigen Zusammenkünfte ist bis heute geblieben, während die Mitglieder heute nicht mehr nur aus dem Bereich der Kunst, sondern aus allen Berufs- und Bildungsgruppen kommen.

Abtauchen in eine fröhliche Welt

Ein Abend in Schlaraffia dient der Entspannung und des Abtauchens aus dem täglichen Leben in eine andere, fröhliche Welt. Daher sind auch Themen aus Politik, Religion und Beruf aus dem schlaraffischen Leben verbannt. Dagegen hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, die seinen Neigungen und Hobbys entsprechenden Interessen einzubringen.

Damals wie heute geht es uns Schlaraffen um die Persiflage der alltäglichen „Wichtigkeiten“, die wir im normalen Leben eigentlich gar nicht mehr erkennen, in denen wir aber praktisch gefangen sind. Es geht darum, diese alltäglichen „Ereignisse“ spielerisch zu überzeichnen, aufzubauschen, um dadurch erkennbar zu machen, dass wir uns und unser Umfeld ein wenig auf den Arm nehmen. Wer erkennt, dass man sich selbst nicht so ernst und so wichtig nehmen sollte und dass man auch über sich selbst lachen kann, der hat fast den schlaraffischen Geist begriffen.

Wir bauen in unseren Zusammenkünften auf ein tolerantes und freundschaftliches Miteinander. Gegenseitige Achtung und Respekt sind für uns wichtige Bausteine zur Gestaltung eines vergnüglichen Abends. Humor und Ironie sind erwünscht, aber sie dürfen nie verletzen. Auch die Fähigkeit, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, gehört in unseren Treffen dazu.

Reine Männergesellschaft

Schlaraffia ist eine Männergesellschaft. Wir sind überzeugt, dass dies eines der Erfolgsrezepte unseres Bundes war und ist – unsere (gespielte) Rivalität bleibt so garantiert problemlos. Tatsächlich schätzen es unsere Partnerinnen sehr, wenn ihre Männer nach einem Abend in Schlaraffia fröhlich wieder heimkehren. Dass durch Schlaraffia viele private und enge Freundschaften zwischen den Familien entstehen, spricht für die hohe Akzeptanz dieser Regel. Übrigens: zweimal pro Winterung an speziellen Anlässen sowie während des Sommers, zum Beispiel auf unseren gemeinsamen Reisen, sind die Partnerinnen herzlich eingeladen.

Viele Freundschaften

Ein Abend in Schlaraffia soll das Gemüt erhöhen! Die Gründerväter Schlaraffias haben den Zusammenkünften, „Sippungen“ genannt, den Rahmen eines Ritterspiels gegeben, als Persiflage auf die Eitelkeiten der Gesellschaft. Die Mitglieder tragen deshalb auch eine „ritterliche Rüstung“ aus Stoff. Im ersten Teil der Sippung erfolgen eine ironisch feierliche Eröffnung und die Begrüßung aller Gäste.

Im zweiten Teil folgen dann die individuellen Beiträge der Sassen und Gäste, auch „Fechsungen“ genannt. Es besteht keine Pflicht, einen solchen Beitrag zu leisten – es ist ganz der Lust und Neigung eines jeden Mitgliedes überlassen, ob und was er zum Gelingen eines Abends beitragen möchte. Wer gerne zuhört und bereit ist, die Leistungen anderer Sassen tolerant zu würdigen und einige vergnügliche Stunden verbringen möchte, der ist bei uns richtig.

Vergnügliche Stunden

Wo treffen wir uns? Unser Vereinslokal – von uns „Burg“ genannt, befindet sich in Rosenheim am Ludwigsplatz 34. Dort finden vom 1. Oktober bis zum 30. April eines jeden Jahres jeweils montags um 20 Uhr unsere Treffen statt. Wer den Ablauf eines Abends einmal erleben möchte, ist herzlich eingeladen.

Auf unserer Webseite „schlaraffia-im-Rosenhag. de“ finden sich weitere Informationen über unseren Verein. Bei Interesse wenden Sie sich an Hans-Herrmann Voss, Telefon 0 80 36/ 21 75, wir freuen uns auf Ihren Anruf!

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