Das Ehrenamt im steten Wandel

09.07.2019 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Die drei Freiwilligenagenturen in Rosenheim unterstützen Bürgerinnen und Bürger

Seit 2005 gibt es in Rosenheim die Freiwilligenagenturen. Startklar Soziale Arbeit Oberbayern im Westen gGmbH, der Kinderschutzbund Rosenheim im Norden und die Diakonie im Osten sind Träger dieser Einrichtungen im jeweiligen Sozialraum. Sie unterstützen Ehrenamtliche bei ihrem Engagement, vermitteln Freiwillige in Projekte, initiieren neue Ideen und helfen bei deren Umsetzung.

„Dabei steht für uns immer der Grundsatz im Vordergrund: Wie können wir den Freiwilligen bestmöglich bei der Umsetzung seines Ehrenamtes unterstützen?“, meint Andrea Dörries von der Freiwilligenagentur Ost. „Wir schaffen die Strukturen für das Engagement, wie Räumlichkeiten, Projektgeldakquise oder Anerkennung der Tätigkeit.“

Dabei obliegt das Bürgerschaftliche Engagement einem steten Wandel. Die Aufgaben im Ehrenamt werden spontaner und unverbindlicher. Am Anfang wurden noch viele Projekte durchgeführt, bei denen die Ehrenamtlichen sich auch längerfristig verpflichten mussten und eine hohe Zuverlässigkeit gewährleisten sollten. Mittlerweile engagieren sich Menschen spontan, punktuell und aus dem Bauch heraus. Wie zum Beispiel in der ehrenamtlichen Betreuung bei geflüchteten Menschen oder für einzelne Projekte wie Faschingsfeste, Tanzabende oder Osterfrühstück in den Bürgerhäusern. Mitgestalten, Verantwortung übernehmen und Spaß haben, das sind die zentralen Motivationen für das bürgerschaftliche Engagement.

Diese neue Entwicklung ist auch eine Herausforderung für die Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten. Karin Weiß von der Freiwilligenagentur Nord ist sich sicher: „Ehrenamt muss einfach, unkompliziert und niederschwellig sein. Komplexe Anträge und lange Verwaltungswege schrecken ab. Am besten haben wir unseren Job gemacht, wenn der Ehrenamtliche bei der Ausführung seiner Tätigkeit gar nicht merkt, dass es uns gibt.“
Dabei stehen den Ehrenamtlichen in Rosenheim zumindest finanziell gute Möglichkeiten zur Verfügung. Über die drei Bürgerfonds der Sozialen Stadt, jeweils 25 000 Euro, können Ehrenamtliche Projektgelder relativ einfach beantragen. Die Anträge werden dann basisdemokratisch in den Stadtteilversammlungen in den Bürgerhäusern von den Bürgern selber abgestimmt.

Die drei Bürgerhäuser sind dabei die Räumlichkeiten, in denen das Ehrenamt unter anderem wirken kann. So hat sich im Bürgerhaus Happing der Stadtteilverein Happing als feste Größe etabliert. Angebote zur kulturellen Bildung, Stadtteilfeste und Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche werden ehrenamtlich organisiert und umgesetzt. Im Bürgerhaus Miteinander gibt es viele Bürger und Bürgerinnen, die sich ohne Anbindung an einen Verein eigenständig engagieren. Seniorencafé, Bewohnerfrühstück oder das Repaircafé sind hier Beispiele. Im Westen, im Bürgerhaus E-Werk, ist vor allem eine Gruppe um Anita Eggart, ein Urgestein im Rosenheim Ehrenamt, sehr aktiv. Vatertagsfest, Stadtteilfest und Cafénachmittage werden mit einem großen Engagement eigenständig durchgeführt. Im Mittelpunkt steht immer die Gemeinschaft im Stadtteil.

Christian Hlatky von der Freiwilligenagentur West sieht der Zukunft des Ehrenamtes in Rosenheim positiv entgegen: „Ansprechpartner bei Trägern und Verwaltung wechseln, selbst die Strukturen und Verantwortlichkeiten ändern sich laufend und werden immer wieder angepasst. Dieser Wandel hat aber dennoch eine große Konstante – die Bürgerinnen und Bürger, die sich in Rosenheim in den vielen Projekten und Initiativen ehrenamtlich engagieren.“
Ob bereits seit vielen Jahren oder kurzzeitig nur für ein kleines zeitlich begrenztes Vorhaben – das Interesse, sich für die Stadtgesellschaft einzubringen, ist groß. Die Träger der Freiwilligenagenturen in Rosenheim wollen die Ehrenamtlichen dabei unterstützen genau das zu tun. Sie helfen ihnen dabei, sich engagieren zu können, mitreden zu dürfen und ihre Ideen umzusetzen.

Interessierte können sich gerne bei den drei Freiwilligenagenturen unter info@freiwillige-rosenheim.de oder in den Bürgerhäusern melden.

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