„Drüber reden hilft“

24.10.2017 • Aktuelles, Nachrichten

„Danke, dass Du mir zugehört hast!“ Das hört Julian (18), ehrenamtlicher Berater am Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer, öfter. „Wenn die Anrufer hören, dass am anderen Ende einer sitzt, der auch so alt ist wie sie, dann reden die ganz anders mit mir. Und ich finds klasse, dass ich ihnen weiterhelfen kann.“ Auf einer Wellenlänge mit den Anrufern zu sein, ist einer der Vorteile des Projekts „Jugendliche beraten Jugendliche“ am Kinder- und Jugendtelefon. Immer samstags von 14 bis 20 Uhr unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116 111 sowie 08 00/1 11 03 33 sitzen dabei junge Leute zwischen 16 und 21 Jahre am Beratungstelefon des Kinderschutzbundes. Die Beratung ist dabei anonym, auch vom Handy aus kostenlos und vertraulich. Der Kinderschutzbund Rosenheim, bei dem ehrenamtliche Berater und Beraterinnen schon seit 1993 Kinder und Jugendliche beraten, erweitert nun sein Angebot um „Jugendliche beraten Jugendliche“.

Projektleiterin Dorothée Folger-Röhle ist beim Kinderschutzbund Rosenheim auch für die bisherigen Berater am Kinder- und Jugend- sowie Elterntelefon der Nummer gegen Kummer zuständig. „Vor allem bei Pubertätsthemen wie „das erste Mal“ oder bei Gewalterlebnissen sind jugendliche Anrufer Erwachsenen gegenüber eher skeptisch. Einem gleichaltrigen Berater können sie sich viel eher öffnen und vertrauen ihm meist schneller ihre Probleme und Gefühle an. Sie möchten außerdem wissen, wie es anderen Jugendlichen mit ihren Themen geht.

Ihren Freunden können sie sich oft nicht anvertrauen, weil sie Angst vor deren Reaktion haben.“ Langeweile ist bei über der Hälfte der Telefonate am Kinder- und Jugendtelefon der Grund für den Anruf. „Auch für diese Gespräche nehmen wir uns Zeit, denn oft testen die Jugendlichen dabei, ob sie sich mit einem ernsten Problem wirklich an uns wenden können. Manchmal braucht es auch etwas Zeit, bis wir zum eigentlichen Anliegen des Anrufers vordringen – es ist ja nicht so einfach, über schlimme Erlebnisse oder unangenehme Gefühle zu sprechen“ berichtet eine der langjährigen Beraterinnen. Auch Humor ist dabei gefragt, denn manchmal sind die Geschichten, die sich die jungen Anrufer ausdenken, gar zu abenteuerlich.
Im Januar startet nun eine Ausbildung für junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren für „Jugendliche beraten Jugendliche“ am Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes Rosenheim. Unverbindlich informieren und für die Ausbildung bewerben können sich Interessierte bei Sozialpädagogin Dorothée Folger-Röhle unter Telefon 01 70/3 71 17 75, d.folgerroehle@kinderschutzbund-rosenheim.de und www.kinderschutzbund-rosenheim.de.
Das Kinder- und Jugendtelefon ist ein Angebot des Kinderschutzbundes Rosenheim in Zusammenarbeit mit Nummer gegen Kummer e.V., Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund. www.nummergegenkummer.de.

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