Premiumpartner vor der Sponsorenwand: Landrat Wolfgang Berthaler (rechts), MdL Klaus Stöttner (Dritter von rechts) und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (Vierter von rechts) mit den Förderern des „Stellwerks 18“ aus Wirtschaft und Hochschule. Foto: Trux

Digitales Gründerzentrum nimmt Formen an

09.08.2016 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Erstes Treffen der Netzwerk-Partner

Ende Juni hatte der bayerische Ministerrat Rosenheim den Zuschlag für seine Bewerbung um ein Digitales Gründerzentrum erteilt. Im Mediencenter des OVB-Druckhauses trafen sich jetzt erstmals die Hochschulen, Unternehmen und Institutionen aus der Region, die Stadt und Landkreis Rosenheim bei der Bewerbung ideell und finanziell unterstützt haben.

Das Gründerzentrum und die damit verknüpften Netzwerkaktivitäten firmieren unter dem Namen „Stellwerk 18“. Der Begriff Stellwerk soll auf das gegenüber dem geplanten Standort am nördlichen Bahnhofsareal gelegene DB-Stellwerk hinweisen. Die „18“ steht für die Planungsregion 18, Südostoberbayern, weil die gesamte Region und darüber hinaus der Landkreis Erding und die Fachhochschule Kufstein sowie deren Partner Rosenheims Bewerbung mitgetragen haben.
„Die Planungen für das fünfgeschossige Rosenheimer Haus der digitalen Technik gehen zeitgerecht voran. In den zwei Etagen, die für das Digitale Gründerzentrum vorgesehen sind, können bis zu 52 Gründerunternehmen Platz finden“, so die Botschaft von GRWS-Geschäftsführer Stefan Ludwig. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wird das Gebäude ab April 2017 errichten. Nach 17 Monaten Bauzeit soll es dann im September 2018 seinen Betrieb aufnehmen.

Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl stellte die Planungen für eine Übergangslösung im Gebäude der Volksbank-Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee vor. Dort können je nach Bedarf bis zu drei Geschosse mit jeweils rund 260 Quadratmetern ab April 2017 den Gründern aus der digitalen Szene zur Verfügung gestellt werden.

Bugl berichtete auch über die Arbeiten an einem Netzwerk-Verein, der die Veranstaltungen und Aktivitäten zur Vernetzung von Start up-Unternehmen und der etablierten heimischen Wirtschaft koordinieren und die Digitalisierung von konventionellen Geschäftsmodellen und -prozessen voranbringen soll. Den präsentierten Satzungsentwurf hatte noch Bugls Kollegin aus der Wirtschaftsförderung des Landratsamts, Dr. Ute Schinner-Stör, konzipiert. Sie wird ab August allerdings auf eine führende Position im Referat für Luftverkehr im bayerischen Innenministerium wechseln – ein Karrieresprung, den Bugl im Hinblick auf die engagierte Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Landratsamt bei der Bewerbung mit einem lachenden und einem weinenden Auge sah.

Im anschließenden, von Kathrin Steinberger und Christian Baab von Radio Charivari moderierten Podiumsgespräch wiesen der Präsident der Hochschule Rosenheim, Prof. Heinz Köster und Franz Winterer, der Vorsitzende des Seeoner Kreises – einem regionalen Unternehmensnetzwerk zur Förderung der Hochschule – auf die Chancen des Gründerzentrums für die Region hin. „Der Nutzen und die Rentabilität eines solchen Zentrums lassen sich nicht in Zinssatz, Cent und Euro ermitteln. Aber die Dynamik für die Region ist jetzt schon spürbar“, so Winterer. Sascha Skorupa, geschäftsführender Gesellschafter des IT-Unternehmens Incca in Kolbermoor und selbst erfolgreicher Gründer, stieß ins gleiche Horn: „Mag sein, dass 90 Prozent aller IT-Gründer scheitern und doch in ein Beschäftigungsverhältnis wechseln. Aber was sie in der Selbstständigkeit gelernt haben, macht sie für jedes IT-Unternehmen doppelt wertvoll.“ Der Rektor der Fachhochschule Kufstein, Prof. Mario Döller, hob die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in europapolitisch schwieriger Zeit hervor: „Mit diesem Projekt wird die grenzüberschreitende Erschließung von Märkten möglich. Das ist Europa im positiven Sinne.“ Eine besondere Ehrung erfuhr Prof. Roland Feindor, langjähriger Gründungsdekan der IT-Fakultät an der Rosenheimer Hochschule. Er scheidet nach 70 Sitzungen des städtischen IuK-Strategiekreises nach seiner Emeritierung aus diesem Gremium aus. Nachdem Feindor bereits 2003 von der Stadt die kommunale Verdienstmedaille erhalten hatte – „eine eher trockene Auszeichnung“, so Bugl -, gab es diesmal mit einem Weinpräsent Flüssiges für‘s körperliche Wohlergehen.“

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