„Diese Ausstellung soll Mut machen!“

11.04.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Auf eine eindrucksvolle „LebensBilderReise“ kann man sich ab sofort bis zum 5. Mai in den Räumlichkeiten des Staatlichen Gesundheitsamtes in der Prinzregentenstraße 19 in Rosenheim machen. Zu den offiziellen Öffnungszeiten des Amtes täglich von 9 bis 15 Uhr zeigt die Ausstellung ausdrucksstarke Bilder und berührende Hörbeiträge zu verschiedenen Gesichtern einer Depression. Die Ausstellung ist Teil des Jahresschwerpunktes des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) zur Psychischen Gesundheit bei Erwachsenen. Sie wurde vor wenigen Tagen im Rahmen eines Staatsempfanges von Ministerin Melanie Huml in München eröffnet und ist jetzt bereits in Rosenheim zu sehen. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit des StMGP mit dem Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheit (ZPG) und der Schön Klinik Roseneck.

„Diese Ausstellung soll Mut machen, den Betroffenen genauso wie deren Angehörigen!“, so Dr. Irmgard Wölfl, Leiterin des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim in ihrer Eröffnungsrede. Sie hoffe sehr, dass Menschen die Scheu oder ihre Scham vor der Diagnose genommen werde und damit den Schritt wagen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Denn: Depressionen, übrigens die häufigste psychische Erkrankung bei Erwachsenen in Deutschland, seien gut behandelbar. Immerhin 8,5 Prozent alle erwachsenen Bundesbürger würden jedes Jahr eine zumindest zwei Wochen anhaltende depressive Phase erleben.
Auch Professor Dr. Ulrich Voderholzer, Ärztlicher Direktor der Schön Klinik Roseneck, und Chefarzt Professor Andreas Hillert appellierten in ihren Vorträgen, psychische Erkrankungen nicht zu tabuisieren. „Es ist keine Schwäche, sich bei einer Depression jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu suchen, es ist eine Stärke!“, so Professor Dr. Ulrich Voderholzer.
Die unterschiedlichen Ursachen und Auslöser einer depressiven Erkrankung erläuterte Professor Dr. Andreas Hillert. Diese seien so vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen selbst und reichen von genetischer Veranlagung, beruflichem Stress, Medikamenten mit Nebenwirkungen bis hin zu persönlichen Schicksalsschägen. Hauptsymtome sind eine gedrückte Stimmung bis hin zum Gefühl der „inneren Leere“, Interessenverlust und Freudloskeit sowie Antriebsmangel und andauernde Ermüdbarkeit. Dazu kommen zusätzliche Beeinträchtigungen wie etwa Konzentrationsverlust, Schlafstörungen oder Suizidgedanken und körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtszu- oder abnahme. Eine Depression lasse sich, so Professor Hillert nicht durch eindeutige Laborwerte medizinisch feststellen, sondern nur durch ausführliche Gespräche mit dem Betroffenen.
An Behandlungsmöglichkeiten stehen neben der medikamentösen Intervention mit Antidepressiva vor allem Psychotherapie aber auch andere Therapieformen wie Kunst-, Gestaltungs-, Lichttherapie und Sport zur Verfügung. Bei den Heilungschancen spricht im Übrigen die Wissenschaft von rund 50 bis 80 Prozent.
Wie die Lösung von Problemen und die Verarbeitung von depressiven Verstimmungen durch eine spezielle Form der Therapie, der Kunst- und Gestaltungstherapie, gelingen kann, zeigt eindrucksvoll die Ausstellung „LebensBilderReise“. Gert Richters, Kunsttherapeut an der Schön Klinik Roseneck, gab bei seiner Einführung in die Ausstellung mit erstaunlich bunten und keineswegs, wie vielleicht erwartet, düsteren Bildern, dazu einige Einblicke: „Die Bilder, die im Verlauf der Behandlung gemalen wurden, enthalten nicht nur Probleme sondern auch Lösungen. Zu Beginn der Therapie waren sich sehr viele Patienten noch gar nicht bewusst, welche Ressourcen sie haben und wie sie diese aktivieren können!“
Ergänzt werden die Bilder, die auf der sehr persönliche Weise die Lebensgeschichten der Erkrankten erzählen, von Hörbeiträgen, in der sie von ihrer Erfahrung der Depression und davon, was ihnen aus der Erkrankung heraus geholfen hat berichten. ff

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