Acht Jahre lang stand Inge Ilgenfritz (links) dem Verein „Pro Arbeit“ vor. Für ihr Engagement dankte ihr auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ganz herzlich.

„Die Arbeit wird uns nicht ausgehen“

04.12.2013 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Harald Neu löst Inge Ilgenfritz als Vorsitzende des Vereins ,,Pro Arbeit“ ab – Neue Imagebroschüre vorgestellt

Neben der Schulsozialarbeit, den Quali-Paten, dem Vermittlungscoaching für die Jobcenter Rosenheim Stadt und Landkreis und seinem jüngsten Projekt, dem „Ausbildungscoaching – Wege aus der Ausbildungskrise“, hat der Verein „Pro Arbeit“ bereits ein weiteres Aufgabenfeld ins Auge gefasst. Er will künftig verstärkt Asylbewerber, Jugendliche und junge Erwachsene aus Krisen- und Kriegsgebieten dabei unterstützen, im fremden Land Fuß zu fassen, prophezeite denn auch Sozialpädagoge und Gründungsmitglied Harald Neu nach seiner Wahl zum Vorsitzenden. Seinen bisherigen Posten als Vize hat die Notarin Verena Schlittenbauer übernommen.

Damit ist der Vorstand, der im kommenden Jahr turnusgemäß komplett gewählt wird, nach dem Rücktritt von Inge Ilgenfritz nun wieder vollständig. Die frühere Leiterin der Berufsschule I hatte ihr Amt vor einiger Zeit aus persönlichen Gründen niedergelegt, nachdem sie den Verein acht Jahre lang mit ihrer Erfahrung aus dem Schulbereich, aber auch mit „viel Herzblut und großem persönlichen Engagement“ vorangebracht hat, wie Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in ihren Dankesworten betonte. Wie viele junge Menschen die Herausforderungen in Schule, Beruf und Gesellschaft ohne die Unterstützung durch Einrichtungen wie „Pro Arbeit“ nicht hätten bewältigen können, lasse sich zwar nicht messen. Doch dass viele Heranwachsende zuversichtlich in die Zukunft blicken könnten, sei nicht zuletzt das Verdienst von Ilgenfritz und deren Amtsvorgänger Jürgen Krause.

„Stark im Leben – stark im Beruf“, unter diesem Motto begleitet „Pro Arbeit“ junge Menschen auf ihrem Weg durch das Schulleben bis in die Berufsausbildung. So haben Fachkräfte in den ersten sieben Monaten dieses Jahres allein 1584 Jugendliche an Grund-, Mittel- und Berufsschulen betreut, wobei die Problemstellungen ein sehr breitgefächertes Spektrum abdecken. Es reicht von Gewaltbereitschaft und Suchtproblemen – sowohl bei den Jugendlichen als auch deren Eltern – über frühe Schwangerschaften bis hin zu Mobbing an der Schule und Obdachlosigkeit der betroffenen Familien. Darüber hinaus wurden 91 junge Menschen in eine betriebliche Ausbildung vermittelt.

Kommt es dort zu Problemen, können die Betroffenen – die Jugendlichen ebenso wie alle Ausbildungsbetriebe in der Stadt und im Landkreis – mithilfe des Ausbildungscoachings nach Wegen aus der Krise suchen.
Bei 232 unbesetzten Ausbildungsstellen in der Region und zugleich 23 unversorgten Jugendlichen wollte Martin Schwegler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftung, in seinem Grußwort zwar eher von einer „Ausbildungskrise im Einzelfall“ sprechen. Angesichts der mit 23 Prozent sehr hohen Quote vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge setzt er die Bedeutung des von der Sparkassenstiftung „Zukunft für die Stadt Rosenheim“ finanzierten Projekts dennoch ganz weit oben an. Diese Anlaufstelle trage entscheidend dazu bei, dass die vorangegangenen Vermittlungsbemühungen tatsächlich nachhaltig wirken, – trotz aller persönlichen Krisen und Probleme der Jugendlichen, die schließlich zum Ausbildungsabbruch führen können. Und davon wiederum profitierten nicht nur Auszubildende und Betriebe, sondern auch die Wirtschaftskraft in der Region – eine „Triple-Win-Situation“ also. Seit Februar konnte die neu geschaffene Einrichtung bereits in einem Dutzend Fälle erfolgreich Hilfe leisten.
Mit Neuerungen wartet „Pro Arbeit“ indes auch in eigener Sache auf: Als erstes buchstäblich greifbares Ergebnis des eigens entwickelten Marketingkonzepts wurde bei der Mitgliederversammlung die druckfrische Imagebroschüre verteilt, die einen anschaulichen Überblick über die vielfältigen Angebote des 1997 gegründeten Vereins bietet.

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