Das Cover der neuen Platte wurde vom Bassisten Wast gestaltet.

Der Lenze ist wieder da!

02.08.2016 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Oberaudorfer Band „Lenze und de Buam“ sind mit neuem Album zurück

Nach vier Jahren ist nun das neue Album von „Lenze und de Buam“ erschienen. Mit Hits wie „Bierzelt“ und „Aloa Aloa“ eroberten die Mannen um den mittlerweile 25 Jahre alten Inntaler Lenz Schmid die Herzen der Plattenkäufer und eines großen Bühnenanhangs. Was sich seit der Veröffentlichung des gelobten und gelungenen Debuts „I nim di mid“ bis zum neuen Werk „Dua di ned obe“ alles getan hat, schildert der Lenze im Folgenden.

Er nimmt es auf alle Fälle ernst, was er singt. Denn beim Treffen in Rosenheim ziert ihn eine große, verspiegelte Sonnenbrille. Weil er gar so gerne ins Bierzelt geht, und zufällig war in seiner Heimatgemeinde Oberaudorf gerade eines gestanden. Da musste er natürlich hin, und nicht nur einmal. Und da haben halt die Augen ein wenig gelitten. Einen sauberen Auftritt hat er mit den Buam natürlich auch hingelegt, ein Heimspiel. „Ich war so aufgeregt, vor lauter Leuten, die mich kennen, zu spielen, des glaubst gar ned.“ Dabei hat er mit der Band in den letzten Jahren eine Menge Auftrittserfahrung gesammelt. Und gerade die Bierzeltkonzerte, die er in Bayern und Baden-Württemberg absolviert hat, haben er und die Band besonders genossen: „Es ist einfach schön, wenn sich das Publikum so mischt und auch viele Leute da sind, die normalerweise unsere Konzerte eher nicht besuchen würden.“ Auch der Fernseh-Liveauftritt beim „Heimatsound“-Festival des Bayerischen Rundfunks war einer der Höhepunkte der letzten Jahre. Überhaupt hatte das ausgiebige Live-Spielen in den letzten vier Jahren viele Lerneffekte: „Ich bin heute noch oft überwältigt und ein bisserl überfordert, wenn die Leute unsere Lieder auswendig mitsingen, wenn ich merke, wie viel ihnen unsere Lieder bedeuten können. Da denke ich mir, da müsste ich mich gleich bedanken, ihnen etwas zurückgeben.“ Auch war am Anfang nicht ganz klar, wie man zum Beispiel das sehr elektronisch daherkommende „Bierzelt“ von der Platte auf die Bühne bringen konnte, wenn doch die Bandbesetzung überhaupt nicht elektronisch war. „Das haben wir einfach auf der Bühne ausprobiert, so wie wir es eigentlich immer machen“, sagt schmunzelnd Lenz Schmid, „die Zuhörer beim ersten Mal haben dann halt Pech gehabt“. Aber ganz so ist es nicht, denn der auf den ersten Blick recht schüchterne junge Mann ist ganz „Rampensau“, sobald das Konzert los geht. Und dass das Drumherum um ein Lied genauso wichtig sein kann wie es selbst, das haben schon Größen wie Fredl Fesl gezeigt und sogar zum Markenzeichen gemacht. Außerdem: Auftritte, bei denen sich jedes Lied exakt wie auf dem Album anhört, sind dem Lenze sowieso ein Graus.

Dass sich bei ihm und den Buam die Dinge in Ruhe entwickeln können, das ist für ihn wichtig. Das war auch ein Grund, bei Django3000 auszusteigen und sein eigenes Projekt zu starten.

Allzu „professionell“ wollte es Lenz Schmid nämlich nicht angehen. „Wir haben gelernt, dass vieles vom Geld abhängt, dass man brutal kalkulieren und rechnen muss, wenn man sich fest bindet. Deshalb wäre es für uns nicht das Richtige, mit einem großen Plattenlabel zusammenzuarbeiten. Unser Glück ist, dass wir mit vielen Leuten arbeiten, bei denen das Geld nicht die große Rolle spielt. Es geht finanziell gut um, weil wir alle neben der Musik auch noch arbeiten können.“ So verdient sich Lenz Schmid sein Geld als Linienbusfahrer im Oberaudorfer Familienbetrieb Astl.

Nicht ganz umsonst heißt das neue Album „Dua di ned obe“. Die Dinge auf sich zukommen lassen und die besten Erfahrungen zu neuen Ideen verarbeiten, das ist die Devise. Das kann dann zwar mal dauern, „aber dafür ist es dann Deins“, sagt er. Genauso hat es Lenz Schmid auch mit den Stücken auf „Dua di ned obe“ gemacht. Insgesamt 15 Songs sind es geworden, die er zuhause aufgenommen hat und die er dann mit Studio-Hexer Willy Löster in München bearbeitet hat. Aus diesem Hin und Her sind nun die Lieder entstanden, die Lenz Schmid als „ein bisschen erwachsener geworden“ bezeichnet. „Aber es is‘ scho vui gnua Schmarrn a no dabei“, schränkt er gleich ein. Es bleibt bei der Mischung aus Pop, Elektronik, und allem, was den Musikern sonst noch Spaß macht. Dazu kommen die irrsinnig sinnigen Texte, mit denen der Autor seine Hörer immer wieder verblüfft, weil man nie so recht weiß, wie ernst er es nun meint. Siehe: „Bierzelt“. Erstmals klingt auch mal Politisches an, wenn es in einem Lied wie „Firma Gleisebau“ um den Brennerbasistunnel geht, der auch für die Inntaler von Bedeutung ist. Aber dann kommt ja auch gleich das schöne Lied vom Astronaut, der Gummibärle klaut. Insgesamt „aufgeräumter“ sei alles, meint der Schmid Lenz, vielleicht ein wenig mehr Punk-Einfluss. Man merke einfach den Unterschied zur ersten Platte, als er „noch gar keine Ahnung und Erfahrung“ hatte. Eine Gemeinschaftsproduktion war auch das Plattencover, das Bassist Wast Huber mit den Bandkollegen erstellt hat. Eine andere Bekanntschaft der letzten Jahre, Julia Feenberger hat das aufwendige Stop-Motion-Video zum Song „Astronaut“ gedreht.

Nach der Veröffentlichung geht es dann wieder auf Tour, unter anderem stehen etliche Festivals auf dem Programm. So auch eines auf dem Wank, dem Berg benachbart zur Zugspitze. „Da geht alles, Musiker und Ausrüstung, mit der Gondel rauf und wieder runter. Wenn wir da nicht pünktlich sind, dann läuft das Ganze ohne uns“, schwant dem Lenze Übles angesichts früherer Tourerfahrungen mit den Buam. Aber, sie werden sich sicher nicht obedoa, das ist immer noch gut gegangen!

Sein Freund, Hubbi Schlemer, der Kramerwirt von Hemhof, seit Jahrzehnten Kult(ur)wirtschaft im Chiemgau, schreibt auch seine Pressetexte. In der Ankündigung zu „Dua di ned obe“ steht geschrieben: „Der Lenze gleicht einem musikalischen „Schwaiberl“, das sich mit artistischen Wortwindungen und elegantem Harmonieschwung über starre Begrenzungen hinwegsetzt du einschränkenden Verengungen geschickt ausweicht.“ Das kann man so stehen lassen, wenn man das neue Opus von „Lenze und de Buam“ anhört, was unbedingt empfohlen werden kann.

Nach der Veröffentlichung waren die Buam schon wieder aktiv und hatten etliche Konzerte und Auftritte auch im Bayerischen Rundfunk zu absolvieren, nun steht die Tour an, die Ende November mit einem weiteren Heimspiel in Oberaudorf endet.

Alle Infos zu den kommenden Aktivitäten der Band gibt es auf der www.ludb.org oder auf der Facebookseite von „Lenze und de Buam“.
Nusser

 

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