Johannes Boldt, Dekanatsratsvorsitzende des Dekanates Rosenheim.

Damit Kirche nicht „rat-los“ wird…

12.02.2014 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Pfarrgemeinderatswahlen im Dekanat Rosenheim

Damit die Kirche nicht „rat-los“ wird… sollten die katholischen Christen auch des Dekanates Rosenheim, zu dem 19 Einzelpfarreien gehören, dieses demokratische Element in der Kirche nutzen und am 15. und 16. Februar zu den Urnen gehen, um ihre Kandidatinnen und Kandidaten für ihren Pfarrgemeinderat vor Ort zu wählen. Dazu ruft der Dekanatsratsvorsitzende des Dekanates Rosenheim, Johannes Boldt, eindringlich auf.
Gerade Papst Franziskus habe einen frischen Wind nicht nur in den Vatikan gebracht, sondern betont auch in seinem apostolischen Schreiben: „Die Pfarrei ist keine hinfällige Struktur; gerade weil sie eine große Formbarkeit besitzt, kann sie ganz verschiedene Formen annehmen, die die innere Beweglichkeit und die missionarische Kreativität des Pfarrers und der Gemeinde erfordern.“

Hierbei, so Boldt, sollte ein Pfarrgemeinderat seinen Pfarrer und dessen pastorale Mitarbeiter unterstützen, indem sie kreativ hier konkret als Ehrenamtliche mitgestalten.

Denn „durch all ihre Aktivitäten ermutigt und formt die Pfarrei ihre Mitglieder, sich als aktiv Handelnde in der Evangelisierung zu sehen“, so der Papst weiter in seinem Schreiben. Ferner betonte er, dass eine Pfarrei „wirklich in Kontakt mit den Familien und dem Leben des Volkes stehen sollte und nicht eine weitschweifige, von den Leuten getrennte Struktur oder eine Gruppe von Auserwählten werden, die sich nur selbst betrachten.“

Strukturreform steht an

Strukturreform steht auf der Tagesordnung aller Kirchen Europas, da stehen wir also nicht alleine, meint Boldt. Die überkommene Kirchengestalt hat offensichtlich ausgedient (vgl. Franziskus!). Das Mitwirken der Gemeindemitglieder – und hier speziell der Pfarrgemeinderat – am geistgewirkten Kirchenumbau beginnt eben mit einem tief greifenden Perspektivenwechsel. Wer die Lage mit der alten Brille sieht, kann das Neue nicht entdecken. Jammern über das Vergangene bestimmt dann die Tagesordnung.

Heute erleiden die Menschen keine sozialen Nachteile mehr, wenn sie aus der Kirche austreten oder sich als Mitglied nicht beteiligen. Umgekehrt treten heute manche ein, engagieren sich mehr als zuvor. Sie tragen das Leben der Kirche in einer Gemeinschaft oder Gemeinde mit. Es sind vor allem jene, die von der Vision Jesu für eine Welt der Liebe und Gerechtigkeit gepackt sind und sich ihm hier anschließen. Sie spüren eine Berufung zu dieser Bewegung. Und sie finden sich, ihre Berufung annehmend, in einer bewegten Gemeinschaft oder Gemeinde wieder. Jetzt zählt jede Einzelne, jeder Einzelne. Da kann über jeden Menschen, der mitmacht, Freude aufkommen. Das heißt aber auch: Es gilt, jene zur Kirche Berufenen aufzuspüren und zu gewinnen, die Gott heute in seiner Kirche für die Heilsberufung aller Menschen in der einen Welt braucht.

In Zukunft ist es deshalb faktisch unausweichlich, wie der Vorsitzende des Dekanatsrates Rosenheim betont, dass sich Priester, Diakone, Hauptamtliche und nicht zuletzt auch Verantwortliche in den Pfarrgemeinderäten fragen müssen, was in den neu geschaffenen pastoralen Großräumen nunmehr ihre Aufgaben sind.

Denn zur Seelsorge sind schließlich alle, die Jesus nachfolgen wollen, aufgerufen: Kranke zu besuchen, Senioren beizustehen, Einsame zu besuchen, Nachbarschaftshilfe zu leisten, neu Hinzugezogene willkommen zu heißen; sich als Kommunion- bzw. Firmhelfer einzusetzen und schließlich sich auch der Asylsuchenden anzunehmen, um nur einiges zu nennen.

Um so wichtiger ist es aber, so Boldt, dass sich alle als Gemeinde, als solidarische Gemeinschaft verstehen und dies durch ein Ehrenamt bzw. Engagement oder eben durch ihre persönliche Beteiligung an den Wahlen kundtun.

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