Brenner-Nordzulauf und kein Ende

03.07.2018 • Aktuelles, Kurznachrichten

Diskussion nach Vorstellung der Varianten vonseiten der Politik und verschiedenen Gremien

Nach der Vorstellung der Streckenvarianten des geplanten Brenner-Nordzulaufs durch die Deutsche Bahn (DB) und die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) wird nun über die Möglichkeiten der verschiedenen Trassenführungen diskutiert.

DB und ÖBB starten gemeinsam eine Informationskampagne in allen eventuell betroffenen Städten und Gemeinden der Region (wir berichteten). Die Termine sind im Internet abrufbar unter www.brennernordzulauf.eu. Dort sind auch die verschiedenen möglichen Trassenverläufe einsehbar. Nach Veröffentlichung der Pläne zu Beginn des Auswahlverfahrens meldeten sich auch Politik und Interessensverbände, um ihre Interessen und Einschätzungen in die Diskussion einzubringen.

„Wir wissen jetzt zumindest, worüber wir diskutieren können“, kommentierte Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass es sich hier um eine frühe Phase im Planungsprozess handle und keineswegs um eine Vorfestlegung auf eine konkrete Trasse. „Wenn der Ausbau kommt, muss der Schutz der Anwohner sehr hohe Priorität haben. Die betroffenen Regionen in Bayern müssen denselben Lärmschutzstandard erhalten wie die Menschen im Nachbarland Tirol“, äußerte sie ihre Erwartungshaltung gegenüber dem Bund und der Deutschen Bahn. Sie lege größten Wert darauf, dass die Menschen der betroffenen Regionen in den Diskussions- und Entscheidungsprozess eingebunden werden.

Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU) bringt auch Alternativvorschläge ins Spiel und lässt sich wie folgt zitieren: „Die vorgelegten Grobtrassen der Bahn werden wir in der Region nun ohne Zeitdruck diskutieren und dabei auch alternative Vorschläge mit einbeziehen. Der Tunnelanteil der vorgelegten Entwürfe ist viel zu gering. Sollten zusätzliche Gleise notwendig werden, kann die Region nur Lösungen akzeptieren, die weitestgehend in Tunneln oder Wannen verlaufen. Das schulden wir sowohl den Bürgerinnen und Bürgern als auch der unvergleichlichen Landschaft der oberbayerischen Voralpenregion“.
CSU Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann, spricht sich ebenfalls für eine Untertunnelung aus, sollten am Ende des Dialogprozesses tatsächlich Neubaustrecken durch Aising und Pang in Erwägung gezogen werden. Generell sieht er für den Bau einer neuen Trasse zwei Voraussetzungen: „Erstens muss ihre Notwendigkeit sowohl im Hinblick auf das Verkehrsaufkommen als auch im Hinblick auf die Logistikketten und Zieldestinationen des internationalen Transportgewerbes nachgewiesen sein. Zweitens muss sie so landschaftsschonend wie möglich gebaut werden.“

CSU-Stadtrat und Landtagskandidat Daniel Artmann stößt ins gleiche Horn: „Die ohnehin schon begrenzten landwirtschaftlichen Flächen im Stadtgebiet müssen einem besonderen Schutz unterliegen. Das geht nur mit einer Tunnellösung. Wir wollen keine Billiglösung, sondern den maximalen Schutz für Mensch und Natur.“

Die Vorstellung der Grobtrassen für ein drittes und viertes Gleis lösen bei der Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion große Vorbehalte aus. Die SPD-Stadträte Robert Metzger und Abuzar Erdogan  erklären dazu: „Egal, wo die Trasse verlaufen wird, sie umfasst einen Kurvenradius von drei Kilometer und dient hauptsächlich dem Transitverkehr. Die Region profitiert von den neuen Gleisen kaum bis gar nicht und muss darüber hinaus neben der ohnehin schon erdrückenden Verkehrsbelastung einen weiteren massiven Einschnitt in Natur und Lebensraum hinnehmen.“ Die SPD-Stadtratsfraktion werde sich dafür stark machen, dass die Millionen, die in ein nicht zu rechtfertigendes Großprojekt in die Attraktivität des ÖPNV investiert werden.

SPD-Landtagskandidatin Alexandra Burgmaier  sieht in den Grobtrassenvorschlägen keine große Aussagekraft. Weder geologische Untersuchungen noch das Thema Wirtschaftlichkeit habe bei der Auswahl der Korridorvorschläge eine Rolle gespielt: „Wenn wir vorankommen wollen, dann wird es an der Zeit, dass das CSU geführte Bundesverkehrsministerium endlich Antworten liefert.“ Es brauche jetzt realistische und belastbare Verkehrsschätzungen, die das „ob“ einer zusätzlichen Trasse nachvollziehbar klären.
Die IHK für München und Oberbayern begrüßt die vorgestellten Grobentwürfe für eine Trassenplanung des Brenner-Nordzulaufs. „Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht“, so IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer in seiner Stellungnahme. Besonders positiv beurteilt die IHK, dass Rosenheim weiterhin Verkehrsknotenpunkt bleibt sowie die Tatsache, dass Teile der künftigen Bahnstrecke unterirdisch und entlang der Autobahn verlaufen sollen.

Das Bürgerforum Inntal ist nicht der Meinung, dass eine der vorgestellten Trassenvarianten das Inntal vom Lkw-Transitverkehr nennenswert entlastet. „Der Lkw-Transport ist zu billig“, heißt es in der Stellungnahme. Das Vorhaben werde weder verkehrlich noch volkswirtschaftlich Nutzen bringen: „Riesige Summen von Steuergeldern kommen nicht der Bevölkerung und einer einzigartigen Kulturlandschaft zugute, sondern fehlen an anderen Ecken des altersschwachen Eisenbahnsystems.“

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