Bock auf Fußball

23.06.2020 • Aktuelles, Nachrichten

Wochenlang stand fast das gesamte öffentliche Leben still. Die Corona-Pandemie legte unseren gewohnten Alltag lahm. Doch Schritt für Schritt gibt es wieder Lockerungen, auch das Vereinsleben in unserer Region nimmt wieder Fahrt auf, natürlich unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Seit dem 16. Mai rollt der Ball in der Bundesliga wieder; ein Entschluss, der heftig und kontrovers diskutiert und von vielen Experten aber auch Bürgerinnen und Bürgern kritisch beurteilt wurde.

Nun, fast einen Monat später, läuft auch der Betrieb in den Fußballvereinen in Rosenheim langsam wieder an. So etwa beim SV Westerndorf, der über 1000 Mitglieder in unterschiedlichen Abteilungen zählt, darunter fast 50 Prozent Kinder und Jugendliche. Die größte Abteilung mit 490 Mitgliedern und 15 Mannschaften ist die Fußballabteilung. Vereinsvorsitzender Klaus Jordan: „Wir haben mit den älteren Jugendlichen angefangen und versucht, immer die Altersgruppen ins Training zu bringen, die auch im Schulbetrieb sind und daher auch für die Hygiene-Maßnahmen sensibilisiert sind.“ Nach und nach wurden alle Jahrgänge in den Betrieb eingebunden, zuletzt jetzt nach den Pfingstferien die jüngeren Kicker. „Unsere Hygiene-Maßnahmen halten sich dabei streng an die Vorgaben des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) und Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV)“, erläutert Klaus Jordan. Das heißt zum Beispiel konkret: Mund-Nasenschutzmaske für alle bis zum Trainingsstart, keine Nutzung von Kabinen und Duschen, Einhalten der Abstandsregeln oder Beschränkung der Trainingsgruppen auf fünf Personen. „Das Training muss zwingend kontaktfrei stattfinden, keine Kopfbälle, keine Berührung der Bälle“, so Klaus Jordan. Er fühlt sich gut unterstützt vom BFV, der die Konzepte für die Sportvereine entwickelt hat: „Für mich bleiben hier keine Wünsche offen.“

Was dem Vereinsvorsitzenden durchaus Sorgen macht, sind die finanziellen Ausfälle, die die Ausgangsbeschränkungen mit sich gebracht haben: „Die wirtschaftliche Situation des Vereins leidet natürlich, weil wir durch die fehlenden Heimspiele keine Zuschauereinnahmen haben. Auch das Geld aus der Bewirtung im Vereinsheim fehlt, weil gerade nach den Heimspielen immer viele Leute da blieben und bei uns im Vereinsheim zusammen sitzen blieben.“

Und was sagen die Nachwuchskicker und ihre Trainer zum Neustart nach den Kontaktbeschränkungen? Ortstermin am Trainingsgelände des SV Westerndorf an der Römerstraße: Die B-Jugend des Vereins trifft ein. Sehr diszipliniert haben die Jugendlichen beim Betreten des Platzes allesamt einen Mund-Nasen-Schutz vor dem Gesicht, der erst zum Training abgenommen wird. Der Sicherheitsabstand wird ganz selbstverständlich beim Anziehen der Fußballschuhe am Spielfeldrand eingehalten. „Unsere Erfahrung ist, dass die Jungs allesamt sehr verantwortungsbewusst mit der Situation und den Hygieneregeln umgehen“, bestätigt Trainer Bernhard Fuchs. Beim Trainingsablauf setze man auf Übungen, bei denen sich der Abstand gut regeln lasse. Seit einigen Wochen trainiere er, natürlich nach Rücksprache mit den Eltern, wieder mit den durchschnittlich 17 Jahre alten Fußballern. Und die Freude beim Neustart war riesengroß, berichtet Bernhard Fuchs. „Man hat einfach gemerkt, sie hatten Bock auf Fußball“, so Bernhard Fuchs mit einem Augenzwinkern. ff

 

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