Wenn Kinder die Welt der Erwachsenen nachahmen, dann wird alle zwei Tage ein Bürgermeister gewählt und selbstverständlich auch „Hochzeit“ gefeiert.

Beinahe wurde ein Pferd ins All geschossen

27.08.2014 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

In Mini-Rosenheim spielen in den Ferien Kinder mit großer Begeisterung Erwachsene

Auch im 28. Jahr erfreute sich die Spielstadt Mini Rosenheim großer Beliebtheit. Mit bis zu 250 Kindern täglich war die Spielstadt der Kommunalen Jugendarbeit auf dem Zeltplatz Kohlstatt bei Söllhuben immer ausgebucht. Eine Premiere gab es auch, erstmals beschäftigte sich eine Werkstatt mit der Raumfahrt.

Die amerikanische Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt NASA war Vorbild für die neue Werkstatt, die kurz MNASA genannt wurde. Die Kinder konstruierten, tüftelten, testeten und scheiterten letztlich am unbeständigen Wetter. Weil es kein ausreichend großes Zeitfenster mit wolkenlosem Himmel gab, musste der Versuch, eines der beiden Spielstadt-Pferde mit Hilfe einer Wasser-Luft-Rakete ins All zu schießen, abgesagt werden. Er soll, so der Plan, im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Das Wetter, besonders der Regen, wirkte sich erheblich auf das Leben in Mini-Rosenheim aus. Vor allem in der zweiten Woche drängten die Kinder wegen des Dauerregens in die Zelte. Die bis zu 35 Betreuerinnen und Betreuer hatten alle Hände voll zu tun, die jungen Stadtbewohner zu beschäftigen.
Wie jedes Jahr waren einige Events und Großveranstaltungen geplant worden. Ein besonderer Höhepunkt war die „bayerische Hochzeit“ einer Betreuerin und eines Betreuers in der ersten Spielstadtwoche. Das „Brautpaar“ trug, wie die geladenen Gäste auch, bayerische Tracht. Musikalisch wurde die „Trauung“ mit selbst geschriebenen Liedern der Spielstadt-Musikschule untermalt.

Ein Tag in Mini-Rosenheim beginnt für die jungen Bewohner in der Stadtverwaltung. Dort lassen sie sich einen Bürgerausweis ausstellen, mit dem sie sich anschließend im Arbeitsamt eine Arbeit aussuchen können. Neben den organisatorischen Werkstätten, die eine tragende Rolle für den erfolgreichen Ablauf der Spielstadt haben, gibt es zahlreiche Kreativwerkstätten wie die Malerei, die Kunstwerkstatt, die Schmuckwerkstatt, die Schneiderei, die Weberei und die Naturwerkstatt. Zudem werden in der Schreinerei Schilder, Regale, Kassen, Briefkästen oder Ähnliches auf Bestellung gefertigt. Die Post wird von den Kindern der Spielstadt-Post zugestellt und damit alle, auch die Betreuer, immer gut informiert sind, erscheint täglich eine von den Kindern herausgegebene Zeitung. Weitere Informationsquellen sind das örtliche Fernsehen und das Kino, für das Nachrichten, Filme und Werbung gedreht und gesendet werden. Sollte es zu einem Unfall kommen, stehen die Mitarbeiter des Spielstadt-Klinikums und der Spielstadt-Feuerwehr bereit.

Nach mindestens 20 Minuten Arbeit erhalten die jungen Arbeiter und Angestellten ihren Lohn in Form eines Lohnschecks. Den tauschen sie in der stadteigenen Bank gegen den sogenannten Mini-Euro ein. Mit diesem Spielgeld können sie Produkte und Dienstleistungen, die in Mini-Rosenheim hergestellt und angeboten werden, kaufen oder konsumieren. Um die Fluktuation in den Werkstätten gering zu halten, gibt es eine Facharbeiterausbildung. Kinder, die mindestens sechs Stunden in einer Werkstatt mitgearbeitet haben, können die Prüfung zum Facharbeiter ablegen. Belohnt werden sie mit einem höheren Stundenlohn.

Mini-Rosenheim wird es auch im nächsten Jahr geben, zum 29. Mal und zwar vom 3. bis 14. August.

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