„Wir begleiten Frauen auf ihrem Weg“

19.11.2019 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Vielfältige Angebote des Sozialdienstes katholischer Frauen SkF e.V. Südostbayern

60 Mitarbeiterinnen und Honorarkräfte, 56 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 14 Dienststellen – das sind die Basisdaten des Sozialdienstes katholischer Frauen SkF e.V. Südostbayern, der seit fast 35 Jahren Frauen und Familien in den unterschiedlichsten Lebenslagen einfühlsam und kompetent begleitet.

Eine Schwangerschaft kann das Leben von Frauen, ihrer Partner, der Familie, ganz schön auf den Kopf stellen. Die Lebensplanung muss überdacht werden, neue Herausforderungen stellen sich. Die an sich „frohe Erwartung“ auf den Nachwuchs wird oftmals getrübt von großen, unvorhersehbaren Stolpersteinen: existenzielle Probleme und eine, damit verbundene Gefährdung der Grundsicherung, Verschuldung, Verlust der Wohnung oder Partnerschaftsprobleme und Trennungen vom Partner.
Eine umfassende, vertrauliche und kostenlose Beratung finden Frauen und Familien in diesem Fall in einer der sechs Beratungsstellen in Rosenheim, Kolbermoor, Wasserburg, Prien, Traunstein und Freilassing. Die Mitarbeiterinnen informieren über die vielfältigen gesetzlichen Ansprüche und Leistungen, die es den Schwangeren ermöglich, die ersten Jahre mit ihren Kindern ausreichend finanziell abgesichert zu bewältigen. Oftmals ergeben sich in der Beratung komplexerer Fallstellungen; hier können die Frauen auf eine langfristige Begleitung vertrauen. Dazu gehört auch das Veranstaltungsprogramm mit regelmäßigen Vorträgen, etwa zu den Themen Scheidung und Trennung oder Stillen, Vorbereitungskursen für werdende Eltern sowie Außensprechtagen in Kolbermoor und Wasserburg. Zudem bietet der SkF Systemische Einzel-, Paar und Familienberatung sowie Konfliktbewältigung mit Mediation. Beide Angebote sind kostenlos.
Zudem bietet der SkF auch weiterführende, unterstützende Dienste und Angebote, etwa die Familienpaten im Chiemgau und Inntal. Ehrenamtliche Patinnen und Paten bringen sich mit all ihrer Lebenserfahrung als Unterstützer und Gesprächspartner ein und können so eine praktische Entlastung für Familien im Alltag sein. Konkret kann das bedeuten, dass Patinnen und Paten mit älteren Kindern spielen oder lesen, wertvolle Tipps für die Versorgung von Säuglingen oder Kleinkindern anbieten oder einen gemeinsam Ausflug planen. Auch die Begleitung zu Ämtern und Behörden kann ein Teil der Patenschaft sein, eine unschätzbar wertvolle Hilfe nicht nur für Familien mit Fluchthintergrund. Hauptintention der Familienpaten ist es, die Selbsthilfe- und Erziehungskompetenz sowie das Selbstvertrauen der Eltern zu stärken und somit präventiv Hilfe zu leisten, bevor größere Krisen überhaupt entstehen können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden selbstverständlich bestens geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ehrenamtliche arbeiten auch in den beiden Spielstuben des Vereins in Prien und Freilassing mit. Sie unterstützen das hauptamtliche pädagogische Fachpersonal, auf die individuellen Bedürfnisse und die Einzigartigkeit eines jeden Kinder einzugehen und es vormittags bestens zu betreuen.

Zielgerichtete Hilfe und Unterstützung für Frauen gibt es auch über ein spezielles Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen: Für Frauen mit Migrationshintergrund und deren Kinder ist „Lebenswirklichkeiten in Bayern“ gedacht. Der Frauentreff mit einem bunten Nationalitätenmix kommt einmal wöchentlich zusammen und hat so die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen, Schritt für Schritt die heimische Kultur besser kennenzulernen. Dazu gehören Ausflüge genauso wie gemeinsames Plätzchenbacken, ein Ausstellungsbesuch oder ein Erste-Hilfe-Kurs.

„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ So steht es im Deutschen Grundgesetz in Artikel 2. Doch das ist leider nicht die Realität in unserem Land, wie die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Demnach wurden 2017 insgesamt 138 893 Personen erfasst, die Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden. Knapp 113 965 Opfer waren weiblich. Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Und: Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Soweit die traurige Wirklichkeit in Deutschland. Zuflucht und konkrete Hilfe bei Gewalt erfahren Frauen bei den Einrichtungen des Sozialdienstes Katholischer Frauen e.V. Südostbayern. Der Verein ist Träger des Frauenhauses Rosenheim-Traunstein, in den im letzten Jahr bedrohte und misshandelte 22 Frauen und 28 Kinder Schutz und Unterstützung gefunden haben; rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ist das Team für sie da. Dazu gehören die schnelle und unbürokratische Aufnahme in die geschützte Einrichtung, sachkundige, einfühlsame Beratung in Krisen und ausführliche Informationen zu Schutzmöglichkeiten aber auch pädagogische Hilfen für die betroffenen Kinder.

Auch das Angebot der Interventionsstelle Pro Aktive Beratung für Traunstein und Berchtesgadener Land wird intensiv von den Polizeiinspektionen beider Landkreise wahrgenommen. Sie meldeten sich im vergangenen Jahr 66-mal , das sind 19 Fälle mehr als im Vorjahr. Die erfahrenen Mitarbeiterinnen der Interventionsstele setzen sich mit den Opfern in Verbindung, versuchen durch professionelle Beratung die Frauen zu stabilisieren und diese dann über ihre Rechte, Möglichkeiten und Auswirkungen einer Strafanzeige zu informieren. Dabei steht der Wunsch der Frau immer an erster Stelle.

Eine der tragenden Säulen des Vereins und seiner wertvollen Arbeit ist das ehrenamtliche Engagement der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in den unterschiedlichsten Projekten mit Lebenserfahrung, Tatkraft und Herzblut einbringen. Ganz besonderen Wert legt man beim Sozialdienst Katholischer Frauen auf die Qualifizierung, Schulung und Begleitung seiner Ehrenamtlichen. So beginnen Anfang des kommenden Jahres wieder Kurse, die auf die Mitarbeit in der telefonischen Rufbereitsschaft fundiert vorbereiten. Wer daran Interesse hat, oder in einer Spielstube oder als Familienpate tätig sein will, kann sich unter Telefon 08051/62110 melden oder eine E-Mail an info@skf-prien.de schreiben. Ausführliche Informationen gibt es online unter www.skf-prien.de. ff

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