Begeistert für das Rad

20.10.2020 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Neue Rosenheimer Fahrradbeauftragte Eva-Maria Mayr im Interview

Mit der Bestellung von Eva-Maria Mayr zur Radverkehrsbeauftragten hat der Rosenheimer Stadtrat nach der Annahme des Radentscheids ein weiteres Zeichen gesetzt, dass der Fahrradverkehr in Rosenheim künftig eine höhere Priorität erhalten soll.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom 30. September sprach sich der Stadtrat mehrheitlich für Mayr als neue Radverkehrsbeauftragte aus. Eva-Maria Mayr war langjährige Leiterin der Grundschule Schloßberg und bringt aus dieser Tätigkeit Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit und dem Thema Schulwegsicherheit mit. Zudem ist sie selbst begeisterte Radfahrerin. Als neue Radverkehrsbeauftragte ist Mayr künftig die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um’s Radfahren. In einem Gespräch mit unserer Redaktion stellte sie ihre Pläne vor und erläuterte ihre Motivation, sich in diesem Ehrenamt zu engagieren.

Frau Mayr, mit welcher Motivation gehen Sie an dieses Ehrenamt?
„Ich bin selbst leidenschaftliche Radfahrerin und möchte die Bürgerinnen und Bürger einfach für diese Art der Fortbewegung begeistern! Die Wege in der Stadt sind kurz und dafür ist das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel. Zudem war ich als Rektorin bereits mit Schulwegsicherheit befasst und habe an Konzepten dazu mitgearbeitet.

Zur großen Radl-Leidenschaft gesellt sich die Lust, nach meiner Pensionierung sich aktiv für etwas Sinnvolles zu engagieren.“
Wie ist der aktuelle Stand in Rosenheim? Wo sehen Sie die Brennpunkte und den Nachholbedarf in unserer Stadt in Sachen Verkehrssicherheit für Radler?
„Es gibt viel zu tun in unserer Stadt. Das erklärte Ziel, so hat es Oberbürgermeister Andreas März formuliert, ist es, den Anteil des Radverkehrs in Rosenheim von derzeit rund 16 Prozent am Gesamtaufkommen bis 2026 auf 26 Prozent zu steigern.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass ein wesentlicher Gesichtspunkt hier die Sicherheit für Radlerinnen und Radler ist. Da muss noch kräftig daran gearbeitet werden; man denke nur an die Kufsteiner Straße, die Innsbruckerstraße oder die Schlösslstraße.
Man diskutiert häufig zurecht darüber, dass unsere Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren werden. Sicherlich sind „Elterntaxis“ nicht wünschenswert und machen die Verkehrssituation rund um unsere Schulen gefährlich. Aber das Radeln für unsere Kinder und Jugendlichen muss auch sicher sein, damit man sie beruhigt auf den Schulweg schicken kann.“

Wie sieht konkret ihre Aufgabe aus?
„Rosenheim soll wieder fahrradfreundlicher werden! Und ich verstehe mich als eine Begleiterin dieses Prozesses, die den Kontakt zu den unterschiedlichsten Gruppen und Interessenvertretern hält, Informationen sammelt sowie Impulse und Anregungen an die Politik weitergibt. Außerdem steht für mich der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern ganz oben auf der Prioritätenliste. Ihre Anregungen und Erfahrungen sind sehr wichtig!“

Welche Projekte haben Sie sich für die kommenden sechs Jahre Ihrer Amtsperiode vorgenommen?
„Die Einrichtung einer regelmäßigen Bürgersprechstunde wird gerade vorbereitet; nähere Informationen dazu gibt es in Kürze. Außerdem möchte ich mich intensiver um die Gruppe der älteren Bürger kümmern, etwa mit einer Veranstaltung „Seniorenradeln“. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort liegt mir am Herzen. Mit dem Citymanagement, das jährlich „Rosenheim in Bewegung“ organisiert, stehe ich ebenfalls bereits in Kontakt für eine Zusammenarbeit.
Ich will Rosenheim für Radlerinnen und Radler sicherer und attraktiver machen, Schritt für Schritt. Dazu gehören der Dialog und Austausch aller Beteiligten, aber auch Hartnäckigkeit und Konsequenz, um unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen.“
Das Gespräch führte
Franziska Finsterwalder.

 

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