Die Referenten Helmut Muthers und Kornelia Grundmann, Walter Georg Leisner, Geschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Hubert Wildgruber, Präsident Euregio Inntal und Referent Steve Grundmann. Foto: re

Barrierefreiheit der unterschätzte Wirtschaftsfaktor

16.02.2016 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Experten sprachen bei einer Informationsveranstaltung

Vor kurzem fand in Rosenheim eine grenzüberschreitende Informationsveranstaltung zum Thema Barrierefrei und Wirtschaftsfaktor Generation 50 Plus statt.
Der Anlass: Alle sprechen immer von Barrierefreiheit, aber die Realität in vielen Gemeinden, Gebäuden, Geschäftslokalen, Wohnhäusern, auch in unserer Region schaut bei allen Bemühungen noch oft anders aus; das betrifft Bayern und Tirol gleichermaßen.

Aus diesem Grund haben die Handwerkskammer für München und Oberbayern, die Wirtschaftskammer Kufstein und die Euregio Inntal eine grenzübergreifende Informationsveranstaltung dazu durchgeführt.

Grenzüberschreitende Veranstaltung

Handwerksbetriebe, Baufirmen, Architekten, wie auch etliche andere Berufssparten-und Gruppen sind gefordert über Kompetenz und Wissen zum Thema Barrierefreiheit zu verfügen.
Die immer älter werden Bevölkerung ist ein erheblicher Kundenstock, welcher als potentieller Kundenstock nicht mehr unterschätzt werden darf, wie Hemut Muthers, in seinem Vortrag teilweise auch sehr humorvoll ausführte.

Interessant war der rechtliche Vergleich im Umgang mit Barrierefreiheit, zwischen Österreich und Bayern, erklärt von Dr. Steve Grundmann – so müssen in Österreich alle öffentlich zugänglichen Gebäude barrierefrei sein, in Deutschland jedoch nur öffentliche Gebäude- ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung.

Kornelia Grundmann, die Inhaberin der ,,gabana Agentur“ für ganzheitliches, barrierefreies und nachhaltiges Management verteilte bei ihrem Vortrag Brillen an die Teilnehmer, welche veranschaulichten, dass bereits eine Seheinschränkung eine undeutliche Schrift eine große Barriere für das alltägliche Leben darstellt.

Mangelndes Fachwissen führt zu Fehlkonstruktionen, erklärte Kornelia Grundmann weiter. Zu kurze und steile Rampen, zu enge Eingänge machen die barrierefreie und selbstständige Nutzung oft unmöglich. ,,Gut gemeint und falsch umgesetzt“, das sei auch in der Hotel -und Gastronomiebranche keine Seltenheit, wie sie berichtete. Ärgerlich ist auch das Vorurteil, dass barrierefreie Räume (zum Beispiel Hotelzimmer) nicht auch von gesunden Menschen gut und gerne genutzt werden könnten. Barrierefreie Vorrichtungen können genauso schön wie praktikabel sein.
Die Veranstaltung endete mit einer angeregten Diskussion und es entstanden schon die ersten Ideen für grenzübergreifende Initiativen zu diesem Thema.

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