Sabine Herrberg und Florian Fuchs. Foto: Jacobi

Aus der Sicht Helenas…

26.03.2014 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

Troja aus einem anderen Blickwinkel

In seiner Komödie „ Das Opfer Helena“ beschreibt der Autor Wolfgang Hildesheimer Teile des Troja – Stoffes aus der Sicht Helenas. Unbefriedigt und gelangweilt in ihrer Ehe mit dem Sparterkönig Menelaos, ist sie zwar keinem Liebesabenteuer abgeneigt, dabei aber klug und kritisch, dem Kriegsgelüsten ihres Mannes gegenüber. Regisseur Stefan Vincent Schmidt inszenierte das Stück jetzt für die Bühne im Theater am Markt im TAM-OST. Auf requisitenloser Bühne, nur umrahmt von breiten hölzernen Balken, gehört alle Aufmerksamkeit dem Spiel der Akteure. Wahrhaft genüsslich serviert Sabine Herrberg die brillanten Texte des Autors und setzt diese Tochter des Zeus und der Leda als „schönste Frau Griechenlands“ auch optisch gelungen in Szene. Charme, Erotik, Scharfsinn und Selbstbewusstsein strahlt sie in der Rolle dieser Halbgöttin aus. Reizvoll inszenierte der Regisseur den Wechsel zwischen Handlungsablauf und den kritischen Kommentaren Helenas zu den Eigenschaften der Personen um sie und der Gesellschaft im Allgemeinen. Christian Domnick als leicht zu durchschauender machtgieriger Gatte, verleiht ihm zwar die Züge eines nimmersatten Kriegstreibers, weniger aber die eines Langweilers, wie Helena ihn beschreibt. Den sieht man zuerst eher in Paris, den Florian Fuchs als unbedarftes und schüchternes Landei verkörpert. Den absoluten Gegenpart zur flirt- und liebeslustigen Helena gibt Pegah Meggendorfer in der Rolle ihrer tugendhaften Tochter Hermione.

Um einen Krieg zu verhindern, geht Helena scheinbar auf Menelaos Gebot, sich von Paris entführen zu lassen ein, um dem Sparterkönig, willkommenen Anlass zum Krieg gegen Troja zu geben. Ihr Plan ist es, zwar mit dem Prinzen zu fliehen, doch ist ihr Ziel nicht Troja, sondern eine idyllische Insel. Mit den unwiderstehlichen Talenten einer erotischen Verführerin umgarnt Sabine Herrberg als Helena den jungen Trojaner. Wenn Paris im zweiten Teil des Stückes nun ihr Liebhaber, die Maske des unschuldigen Jünglings ablegt, bringt Florian Fuchs den wahren Charakter des ebenso Kriegswilligen mit Verve zum Ausdruck. Das Kriegsgeschehen visualisiert der Regisseur im wilden, von Blitzen durchzuckten Kampf Menelaos und Paris. Wenn der König Spartas am Ende sich zwar als Sieger benennt, muss er doch bekennen, alles verloren zu haben und Christian Domnick beeindruckt in starkem Spiel. Welch rohe Gewalt Kriege freisetzen, deckt noch einmal die letzte Szene erschreckend auf. Ein aggressiver Menelaos schleift seine „Kriegsbeute“ Helena über die Bühne. Helena aber resigniert, es wird sich auch nachher Nichts zum Guten wenden, wie Menelaos sich selbst glauben machen will.

Regisseur Stefan V. Schmidt hat mit seinen vier Akteuren in scharfem Schnitt die Komödie gelungen zum Drama gewandelt. Weitere Aufführungen sind am 28., 29. März um 20 Uhr, am 30. März um 17 Uhr, am 11. und 12. April um 20 Uhr und am 13. April um 17 Uhr. Margrit Jacobi

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