Alles anders als geplant im Jubiläumsjahr

23.06.2020 • Aktuelles, Nachrichten

1955 wurde der Spielmannszug Rosenheim als Trommlerzug gegründet. Dieses Jahr feiert der Verein sein 65. Bestehen. Doch Corona hat auch den Spielmannszüglern einen Strich durch die Jahresplanung gemacht. Die rund 45 aktiven Musikerinnen und Musiker versuchen trotzdem, sich nicht unterkriegen zu lassen und ihr hohes musikalisches Niveau zu halten, auch ohne gemeinsame Proben.

Rund 15 Auftritte waren für dieses Jahr geplant, im Januar wurde das neue Repertoire vorgestellt und die Proben der neuen Stücke liefen richtig gut. „Anfang März fand unser erstes von vier geplanten Übungswochenenden statt, alle waren richtig motiviert. Und dann kam Corona und wir mussten alle Proben, lange geplante Workshops und Auftritte absagen. Seit Mitte März haben wir uns nicht mehr persönlich getroffen, mittlerweile also fast drei Monate“, erzählt Manuela Geberl, die musikalische Leiterin des Vereins.

Doch die beiden Dirigenten Selina Rupp und Stephan Marketsmüller haben sich schnell etwas einfallen lassen – sie riefen noch im März die vereinsinterne „Corona-Challenge“ aus. Jedes Register (Flöten, Fanfaren, Schlagwerk und Mallets) erhält jede Woche Technik-Übungen und Stücke für zu Hause. Wer ein Video von sich beim Üben schickt, erhält Punkte für das Ranking. Ein kleiner Gewinn pro Register wurde den Spielmannszüglern auch in Aussicht gestellt. „Ursprünglich geplant war, die Challenge bis zu den Osterferien durchzuziehen. Inzwischen sind wir in Woche elf angekommen und hoffen alle, uns bald wieder zu den Proben treffen zu können“, erklärt Selina Rupp und Stephan Marketsmüller ergänzt: „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir durch das Üben zu Hause unser musikalisches Niveau zumindest halten können.“

Das große Ziel aller Vereinsmitglieder: Das geplante Jubiläumskonzert zum 65-jährigen Bestehen am 31. Oktober im Ballhaus spielen zu können. „Dafür müssen natürlich erst einmal die äußeren Bedingungen passen und Veranstaltungen wieder erlaubt sein sowie die Infektionsgefahr für alle Konzertbesucher quasi ausgeschlossen werden“, sagt Andreas Gehrig, Erster Vorsitzender. „Wir sind gespannt, wann Proben wieder erlaubt sind. Davon hängt auch die musikalische Vorbereitung auf unser Jubiläums-Konzert ab. Aktuell planen wir aber fest mit diesem Termin und hoffen, dass wir unseren Geburtstag auch wirklich dieses Jahr feiern können.“

Die restlichen Auftritte und Termine des Vereins wurden zum Teil schon abgesagt oder sind in der Schwebe, wie die drei Auftritte zum Rosenheimer Herbstfest mit Standkonzert, Wiesneinzug und Erntedank und das Traubenfest in Meran Mitte Oktober. Zu diesem wird der Verein seit über 50 Jahren eingeladen. Planungen sind gerade wie überall nur kurzfristig möglich. Eine Ausnahmesituation für die Vorstandschaft und alle Spielmannszügler: Allen fehlen die Proben und wöchentlichen Treffen und alle fiebern auf die Wiederaufnahme der Proben hin. Zum einen wegen dem gemeinsamen Musizieren, zum anderen natürlich wegen der Gemeinschaft. Manuela Geberl erzählt: „Die soziale Komponente spielt im Verein eine wichtige Rolle. Wir sind quasi wie eine große Familie, die sich seit Wochen in der Isolation befindet und sich nicht treffen darf. Das macht sich auch bei uns bemerkbar.“

Umso größer wird die Freude bei den Musikerinnen und Musikern sein, wenn die erste Probe wieder im Übungsraum im Bürgerhaus Happing stattfinden kann und nicht virtuell per Video.

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