Ängste ernst nehmen

21.03.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Polizeipräsident Robert Kopp stellte Kriminalstatistik vor

Sicherheit hängt nicht nur von Zahlen ab, Sicherheit ist auch ein Gefühl. Dafür, dass die Bürger im Landkreis und in der Stadt Rosenheim eben dieses Gefühl haben können, sorgen die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit seiner Zentrale in der Innstadt. Nun veröffentlichte das Präsidium die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik, die zeigen, dass man sich in unserer Gegend zurecht sicher fühlen kann. Sie zeigen auch, dass viel getan werden muss, damit dies so bleibt.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordener strafrechtlicher Sachverhalte (Verstöße gegen das Strafgesetzbuch und strafrechtliche Nebengesetze ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte). Auf einer Pressekonferenz erläutere Polizeipräsident Robert Kopp die aktuellen Daten und versicherte: „Wir nehmen die Ängste und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst! Ich kann Ihnen versichern, dass das Polizeipräsidium Oberbayern Süd alles Machbare tut, um Anschläge auf die freiheitlich demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft zu verhindern. Mit sichtbarer polizeilicher Präsenz, einer effektiven Kontrolltätigkeit und einem Höchstmaß an professionellen Ermittlungen sind wir bestrebt, gefährliche (Gewalt-)Täter aus der Masse herauszufiltern und der Strafjustiz zuzuführen“.

Genau 9178 Quadratkilometer groß ist der Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und damit gut dreieinhalb mal so groß wie das Saarland.

Er umfasst die Landkreise Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf, Rosenheim, Traunstein und Weilheim-Schongau sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim. Bei ihrer Arbeit steht die Polizei dabei vor immer neuen Herausforderungen, so Polizeipräsident Kopp: „In vielen Bereichen der polizeilichen Aufgabenbewältigung zeigen die gestiegene Terrorgefahr oder die Belastungen in Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik ihre Auswirkungen. Bei einem Vergleich der wesentlichen Fallzahlen und deren Entwicklung stellt man jedoch fest: Der Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, ist sicher! Dies ist nicht zuletzt der Verdienst unserer annähernd 3000 Beschäftigten in den neun Landkreisen und der kreisfreien Stadt Rosenheim. Und nicht immer ist deren Engagement statistisch messbar, so beispielsweise bei den deutlich gesteigerten Präventivmaßnahmen im Rahmen von Großveranstaltungen. Deren Schutz hat unter den Gesichtspunkten anhaltender Terrorgefahren oberste Priorität und erfordert unsere gesamte Aufmerksamkeit.“

Einige bedeutsame Entwicklungen im Jahr 2016: Mit 213 354 Straftaten ist die registrierte Kriminalität insgesamt um 116,9 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung ist, wie im Jahr zuvor, wieder fast ausschließlich auf die überproportionale Zunahme ausländerrechtlicher Straftaten im Zuge der illegalen Migration zurückzuführen.

Bereinigt um diese Fälle, wurden im vergangenen Jahr 52 546 Straftaten (2015: 48 408) verzeichnet. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 8,5 Prozent bei der Gesamtkriminalität. Bei der Gewaltkriminalität ist ein starker Anstieg um 14,9 Prozent auf 1685 Fälle zu verzeichnen, gleichzeitig gelang es hier die Aufklärungsquote nochmals um 2,7 Prozentpunkte auf sehr gute 85,5 Prozent zu verbessern.
Bei den Wohnungseinbrüchen ist mit Minus 14,3 Proent ein deutlicher Rückgang um 84 auf 502 Fälle zu verzeichnen.

2939 Einsätze in/an Asylunterkünften sowie der notwendig gewordene, deutlich erhöhte Aufwand zum Schutze einer Vielzahl von Veranstaltungen, führen zu spürbaren Belastungen. Der Polizeipräsident: „Diesen Herausforderungen müssen und werden wir uns stellen, sei es personell oder auch organisatorisch. Sicherheit ist ein hohes Gut, 100-prozentige Sicherheit wird es nie geben. Die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region können sich aber in einem Punkt absolut sicher sein: Wir werden uns dafür einsetzen die sehr gute Sicherheitslage in unserer Region weiter hoch zu halten, getreu unserem Motto: Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick!“

Sowohl bei der Anzahl der eingegangen Notrufe als auch bei den Einsatzzahlen ist 2016 gegenüber 2015 wieder ein spürbarer Zuwachs zu verzeichnen. Schwerpunkte bei der Einsatzbewältigung waren Meldungen über Verkehrsunfälle, Meldungen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, verdächtige Wahrnehmungen sowie Vermisste und hilflose Personen.

Notrufoffensive 110

„Gefahr erkennen, 110 anrufen, Hilfe bekommen – Handeln Sie, rufen Sie uns an!“. Das ist die zentrale Botschaft auf Plakaten und Flyern, die seit Februar 2016 in Geschäften und Behörden im ganzen südostbayerischen Raum zum Aushang gebracht wurde.

Von den 15 205 Mitteilungen (Vorjahr 13 475), die 2016 über die Notrufnummer „110“ als verdächtige Wahrnehmung aufgenommen wurden, führten 297 Anrufe von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern zur Festnahme von Straftätern bzw. zur Aufklärung von Straftaten.

Polizeipräsident Robert Kopp stellte in diesem Zusammenhang fest: „Durch die gestiegene Aufmerksamkeit unserer Bürgerinnen und Bürgern gelingen uns immer öfter solche Festnahmeerfolge. Es freut mich sehr, dass sich die Menschen zunehmend für mehr Sicherheit im südlichen Oberbayern einbringen, auf ihre Nachbarschaft achten und sich nicht scheuen, uns sofort zu informieren. Dankeschön dafür!“

 

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