Das restaurierte und mehr als 400 Jahre alte Heilige Grab in der Pfarrkirche von Aschau im Chiemgau erstrahlt in neuem Glanz. Auch Pfarrer Paul Janßen hat bei den Aufbauarbeiten mitgeholfen. Foto: H. Reiter

400-jährige Tradition wurde wiederbelebt

02.04.2019 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Das restaurierte Aschauer Heilige Grab ist bis 5. Mai zu sehen

Mit dem Projekt „Das Aschauer Heilige Grab“ befassen sich Pfarrei, Gemeinde und Heimat- und Geschichtsverein des Prientalortes seit etlichen Jahren. Die Tradition, zu Karfreitag und Ostern Heilige Gräber zu errichten, gibt es hier schon seit 1618. Im Zuge von Erneuerung der Liturgie der Karwoche und dem II. Vatikanischen Konzil ging dieses „Theatrum Sacrum“ aber auch hier Mitte der 1950er- Jahre zu Ende. Der aufwendige dreistöckige Kulissenbau von sieben Metern Breite, zehn Metern Höhe und sechs Metern Tiefe landete auf dem Kirchendachboden. Es ist eine längere Geschichte, an welcher auch der örtliche Heimat- und Geschichtsverein (HGV) seinen Anteil hat, bis es nach über sechs Jahrzehnten endlich gelang, dieses kulturhistorische Kleinod zu neuem Leben zu erwecken.

In diesem Frühjahr ist es so weit: Bis zum 5. Mai wird das frisch restaurierte Heilige Grab erstmals wieder in der abgedunkelten katholischen Pfarrkirche „Darstellung des Herrn“ zu sehen sein. Allein das ist schon ein bemerkenswerter Erfolg, der ohne Finanzierung durch das Kulturreferat der Erzdiözese München/Freising, die finanzielle und Dienstleistungs-Unterstützung der Gemeinde Aschau i. Ch. und die Bereitschaft des HGV, als Veranstalter das Projekt zu realisieren, so nicht möglich gewesen wäre.

Was das ganze Vorhaben aber zu einem Projekt macht, ist die vielfältige Beteiligung der Ortsgemeinschaft, insbesondere die Federführung des Aschauer Kolping-Theaters, bei der Umsetzung der beiden Auferstehungsspiele: „Vom Leben Jesu“ (während der Fastenzeit) und „Die Auferstehung Jesu“ (in der nachösterlichen Zeit). Seit Oktober 2018 laufen dafür die Proben unter der Regie von Werner Hofmann und Marianne Neumüller. Inzwischen üben auch die Musiker die von Andi Reichhelm und Joerg Müller komponierten und arrangierten Stücke, ebenso wie der circa 50-köpfige Chor unter der Leitung von Bernadette Osterhammer. Alle Akteure stellen wesentliche Glaubensinhalte, wie zum Beispiel Tod und Auferstehung Jesu Christi in den Mittelpunkt.
Selbstverständlich kommt dabei die religiös-kulturelle Bedeutung des Aschauer Heiligen Grabes nicht zu kurz. So können sich Interessenten im Rahmen von Führungen detailliert über das Heilige Grab informieren oder diese selten gewordene Besonderheit beim Gottesdienstbesuch, bei einem Konzert oder während eines Auferstehungsspiels erleben.

Passionsspiele gibt es an verschiedenen Orten. Den Aschauer Auferstehungspielen haben die beiden Autoren Julia und Werner Hofmann ein spannendes Konzept zugrunde gelegt. Sie konzentrieren sich im ersten Teil auf die drei Jahre des öffentlichen Wirkens Jesu, setzen im Teil zwei thematisch unmittelbar an die Auferstehung an und führen über das Zusammenrücken der Jünger und Gefolgsleute des Gekreuzigten bis zur Aussendung der Glaubensboten fort. Sie legen die Angst vor Verfolgung ab: „Was soll uns noch passieren, wenn der Herr auferstanden ist?
Die geplanten Termine für den ersten Teil der Auferstehungsspiele „Vom Leben Jesu“ in der Pfarrkirche sind am Freitag, 5., Sonntag, 7. und Freitag 12. April.
„Die Auferstehung Jesu“ wird nach Ostern an folgenden Terminen aufgeführt: Ostermontag, 22. April, Mittwoch, 24., Freitag, 26., Sonntag, 28. und Dienstag, 30. April sowie am Freitag, 3., Samstag, 4. und Sonntag, 5. Mai. Sonntags beginnt das Auferstehungspiel um 15 Uhr, an allen anderen Tagen um 19.30 Uhr.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe gibt es am Sonntag, 14. April, zudem ein Konzert „Barocke Passionsmusik mit dem Stabat Mater“ von Pergolesi. Beginn ist um 19 Uhr in der Pfarrkirche.
Alle Informationen über das Heilige Grab und das Rahmenprogramm findet man zum Nachlesen online unter www.aschau.de/ heiliges-grab.

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