Mit roten Rosen dankten die Beschäftigten von Pro Arbeit Jürgen Krause für sein Engagement. Er hatte bei der Vereinsgründung vor 20 Jahren den Vorsitz übernommen und übte sein Amt mit Leidenschaft aus. Rechts im Bild ist Geschäftsführerin Claudia Georgii zu sehen. Foto: Kreitmeier

20 Jahre etwas ganz Besonderes

05.12.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Der Rosenheimer Verein Pro Arbeit feierte

Bei der Ausbildung werde es umwälzende Entwicklungen geben, und zwar in einem extremen Tempo, prophezeite German Denneborg bei der Geburtstagsfeier des Vereins im OVB-Medienzentrum und sprach die Digitalisierung an.

Der Ministerialdirigent des bayerischen Kultusministeriums warnte, die Zahl der jungen Menschen, die bei diesem Tempo nicht mitlaufen können, werde massiv steigen. Seine Hoffnung setzt er im Raum Rosenheim auch auf den Verein Pro Arbeit, der vor 20 Jahren angefangen hat, Jugendlichen beim Einstieg in das Berufsleben zu helfen. Mehr und mehr werde es zu einer berufsbegleitenden Ausbildung kommen müssen, glaubt Denneborg. Dabei sei eine direkte persönliche Betreuung unumgänglich.
Grundidee des Vereins ist es, benachteiligten Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen, auch solchen, bei denen der Groschen spät fällt. Als Stellvertreter des erkrankten Vorsitzenden Harald Neu schilderte Hans Holzmeier den Fall eines jungen Mannes, der von allen Schulen geflogen war. Pro Arbeit nahm sich seiner an und vermittelte eine Lehrstelle bei einem Elektrofachmarkt. Heute klopft der junge Mann den Mitarbeitern von Pro Arbeit dankbar auf die Schultern.

„Ihr seid meine Entdecker“, sagt er selbstbewusst, denn er hat inzwischen eine eigene Firma und ist mit einem Installationsservice fester Vertragspartner für den Betrieb, der ihn ausgebildet hat.
Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zollte dem Verein Hochachtung: „Mich persönlich beeindruckt, dass Sie nicht die Menschen auf dem Siegertreppchen unserer Gesellschaft im Auge haben, sondern die jungen Menschen, die kaum Chancen in unserem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben.“ Gerne erinnerte sie aber auch daran, wie Stadt und Landkreis den Verein immer wieder unterstützten, etwa als es um die Einrichtung von Schulsozialarbeit ging.

Später habe sich der Verein mit Initiativen für Beschäftigung, Qualifizierung und Ausbildung von Geflüchteten unschätzbare Verdienste erworben.

Basis für die vom Verein installierte Schulsozialarbeit war zu Beginn ein großzügiger Sponsoringvertrag mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, hob Hans Holzmeier hervor und betonte, dass der Verein weiter auf Spenden angewiesen sei, die er immer wieder von Organisationen und Firmen erhalte. So könne man dem Motto des Vereins, Chancen für junge Menschen zu schaffen, weiter gerecht werden. German Denneborg lobte vor allem die Flexibilität des Vereins. Dieser reagiere schnell auf Veränderungen und das auf hohem Niveau. In Bayern sei Pro Arbeit „etwas ganz Besonderes“.

Sozialpreis der Stadt Rosenheim

Für das große Engagement zum Wohl der Jugend in Stadt und Landkreis erhielt der Verein den neu geschaffenen und mit 2000 Euro dotierten Sozialpreis der Kultur- und Sozialstiftung des Oberbürgermeisters Dr. Michael Stöcker, den Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und der Stiftungsvorsitzende Diethard Schinzel dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Jürgen Krause, überreichte, auch stellvertretend für den aktuellen Ersten Vorsitzenden Harald Neu.

Witzig und mit Spielfreude untermalten die „Neurosenheimer“ musikalisch die Feier. Für die im Verein Aktiven und Beschäftigten hatten sie eigens getextete Verse parat. Als sie die „Qualipaten“ besangen, die ehrenamtlich Schüler auf dem Weg zum Schulabschluss begleiten, zeigte sich, wie sehr deren Arbeit von allen Seiten geschätzt wird: ihnen galt der stärkste Applaus. re

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